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Vom Übeltäter zum Wohltäter: Falscher Eberhofer übergibt Spenden | BR24

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Die Provinzposse um den "falschen Eberhofer" nimmt ein gutes Ende: Der zu einer Geldstrafe verurteilte Postbote Markus Schmid aus Vohenstrauß hat 5.000 Euro Spenden übergeben. Schmid war wegen Amtsanmaßung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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Vom Übeltäter zum Wohltäter: Falscher Eberhofer übergibt Spenden

Die Provinzposse um den "falschen Eberhofer" nimmt ein gutes Ende: Der zu einer Geldstrafe verurteilte Postbote Markus Schmid aus Vohenstrauß hat 5.000 Euro Spenden übergeben. Schmid war wegen Amtsanmaßung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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Bekannt geworden ist er als "falscher Eberhofer". Jetzt entwickelt sich der Mann, der durch das Tragen einer echten Polizeijacke als Faschingskostüm mit der Justiz in Konflikt geriet, zum Wohltäter: Markus Schmid aus Vohenstrauß hat in Moosbach 5.000 Euro Spenden an zwei Hilfsorganisationen übergeben.

Spenden von Leberkäsfest

Das Geld stammt von seinem Leberkäsfest, das Schmid - von Beruf Postbote - Mitte Oktober in Moosbach veranstaltet hat. Dabei wurden über 1.500 gratis Leberkäs-Semmeln verputzt. Die Spenden plus die Einnahmen von Getränken spendete der 24-Jährige nun an die Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz (4.000 Euro) und die bayerische Polizeistiftung (1.000 Euro).

Zu Geldstrafe verurteilt

Weil er sich im Fasching als Dorfpolizist Franz Eberhofer aus den Rita Falk-Krimis verkleidete, wurde der Vohenstraußer im September vom Amtsgericht Weiden zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Amtsanmaßung. Denn seine auf einem Flohmarkt erstandene grüne Polizeijacke wies noch die sogenannten Hoheitszeichen auf, also die Polizeiaufschrift, Schulterklappen oder auch das Wappen des Freistaats Bayern.

"Eberhofer-Familie" zahlt Strafe

Im Internet starteten kurz nach dem Urteil im Amtsgericht Sympathisanten einen Spendenaufruf mit dem Titel "Free Eberhofer". Dabei kamen 190 Euro zusammen. Die Geldstrafe aber zahlt die "Eberhofer-Familie" von Constantin Film, also der echte Eberhofer Sebastian Bezzel, seine Schauspielkollegen und Bestseller-Autorin Rita Falk. Von den bereits gespendeten 190 Euro organisierte Markus Schmid ein Leberkäsfest mit gratis Leberkässemmeln und über 1.000 Besuchern in Moosbach.

Spenden für krebskranke Kinder

Herbert Putzer von der Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz nahm die 4.000 Euro-Spende entgegen und freute sich. Krebskranke Kinder in der Region bekommen davon ein Weihnachtsgeschenk, so Putzer. Insgesamt betreut die Kinderkrebshilfe derzeit 80 Familien mit krebskranken Kindern, die sich mit dieser Spenden auch mal "etwas Außergewöhnliches" kaufen können, einen Gänsebraten oder auch ein besonderes Geschenk zu Weihnachten.

Unterstützung für Polizisten

1.000 Euro durfte Thomas Lintl von der bayerischen Polizeistiftung in Empfang nehmen. Damit werden Polizisten unterstützt, die im Dienst verletzt werden. Die Gewalt gegen Polizisten steigt weiter an, stellt Lintl fest. Im vergangenen Jahr hatte er 65 Anträge für Zuwendungen an verletzte Polizisten, heuer sind es bereits 100 zum jetzigen Zeitpunkt.

Faschingsgaudi nimmt gutes Ende

Obwohl er sich in den vergangenen Monaten geärgert hat über den Polizisten, der ihn im Fasching angezeigt hat, hat Spender Markus Schmid gezielt auch die bayerische Polizeistiftung ausgewählt, weil er großen Respekt habe vor dem was die Polizisten vor allem in Brennpunkten leisteten, "die jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, die raus fahren und nicht wissen, ob sie wiederkommen", so Schmid. Die originelle Faschingsgaudi nimmt damit ein gutes Ende. "Ärgern tu ich mich nicht mehr", resümiert Markus Schmid: "Ich bin zufrieden."

Einladung zur Eberhofer-Premiere auf roten Teppich

Das letzte Kapitel der Geschichte vom "falschen Eberhofer" folgt im Sommer kommenden Jahres bei der Kinopremiere des nächsten Eberhofer-Krimis in München. Denn die Produktionsfirma Constantin Film und die "Eberhofer-Familie" übernehmen nicht nur die Strafe, sondern haben den "falschen Eberhofer" und seinen Kumpan Andre Hilburger, der im Fasching den Rudi Birkenberger mimte, auch auf den roten Teppich zur nächsten Kinopremiere eingeladen.

© privat

Dieses Kostüm machte Ärger: falscher Eberhofer links, falscher Birkenberger rechts