Lebkuchenherz mit der Aufschrift "WirtshausWiesn"
Bildrechte: BR / Birgit Grundner

Die "WirtshausWiesn" soll es weiter geben, auch wenn das Oktoberfest nächstes Jahr wieder stattfindet.

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Vom Trostpflaster zum festen Termin: "WirtshausWiesn" in München

Vom Trostpflaster zum festen Termin: "WirtshausWiesn" in München

Was nach der Wiesn-Absage 2020 als Trostpflaster begonnen hat, wird zum festen Termin: Die "WirtshausWiesn" soll es weiter geben, auch wenn das Oktoberfest nächstes Jahr wieder stattfindet. Das haben die Wiesn- und Innenstadtwirte angekündigt.

Das coronabedingte Aus für das Oktoberfest 2020 war gewissermaßen die Inititialzündung für neue Ideen: In der Folge wurden der "Sommer in der Stadt" und die "WirtshausWiesn" ins Leben gerufen. Letztere soll nun einen festen Platz im Münchner Terminkalender bekommen.

"Wiesn-Feeling" in mehr als 50 Lokalen

Heuer muss die "WirtshausWiesn" das Oktoberfest freilich noch ersetzen - und sie startet auch an dem Tag, an dem eigentlich auf der Theresienwiese "ozapft" werden sollte – am 18. September. Bis zum 3. Oktober sind dann mehr als 50 Gasthäuser und Lokale samt den zugehörigen Biergärten wieder "wiesnmäßig" dekoriert, zum Beispiel mit frischem Hopfen. Das Personal trägt Tracht und die Kundschaft idealerweise auch. Neu ist ein eigener Pin zum Anstecken. Es gibt Wirtshausmusi, Hendl und Haxn, Ochs am Spieß und Steckerlfisch und natürlich Lebkuchenherzerl. Das Motto: "Die Wiesn ist kein Ort oder eine Veranstaltung, sondern in erster Linie ein Lebensgefühl."

Tracht in der ganzen Stadt

Bestätigt fühlen sich die Gastronominnen und Gastronomen durch den Erfolg im vergangenen Jahr. Die Menschen hätten sich über das Angebot sehr gefreut, sagt Wiesnwirte-Sprecher Peter Inselkammer: "Besonders schön war, dass man überall in der Stadt Tracht sah". Auch Co-Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel ist überzeugt: "Das fehlte vielen und zeigte die Wiesn-Sehnsucht." Gregor Lemke, Sprecher der Innenstadtwirte, erinnert sich ebenfalls gerne an die Premiere: Man habe "Wiesn-Flair und das damit verbundene Lebensgefühl" in die Stadt gebracht. Auch heuer haben sich die Gastronomen dafür einen "strengen Verhaltenskodex" auferlegt, wie sie betonen: Die Beachtung der Hygiene und Sicherheitsmaßnahmen sei "oberstes Gebot".

Zurück zu den Oktoberfest-Wurzeln

Von den Corona-Regeln abgesehen, kehrt man mit der "WirtshausWiesn" aber eigentlich zu den Wurzeln und zum allerersten Oktoberfest zurück, das bekanntlich eine Hochzeitsfeier war: 1810 haben der Kronprinz Ludwig von Bayern und Therese von Sachsen-Hildburghausen geheiratet. Auf der Theresienwiese wurde ihnen gehuldigt, es gab auch Pferderennen, aber weder Essen noch Trinken. Öffentlich gefeiert wurde nämlich in der Stadt, vor und in den Gasthäusern. Fünf Tage lang gab es Speis und Trank für das Volk – damals kostenlos.

"Ozapft" mit mehr als 100 Schlägen

Erst später ist das Oktoberfest zum größten Volksfest der Welt auf der Theresienwiese geworden. Rekordverdächtiges konnte man indessen auch bei der "WirtshausWiesn" 2020 vorweisen: "Ozapft" wurde zum Auftakt mit 126 Schlägen – wenn man die Zahlen aus allen Wirtshäusern zusammenrechnete.

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