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Vom Schneebrett bis zur Staublawine – wie gefährlich sind sie? | BR24

© dpa-Bildfunk/Markus Leitner

Tödlicher Lawinenunfall im Berchtesgadener Land

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    Vom Schneebrett bis zur Staublawine – wie gefährlich sind sie?

    Mit den unterschiedlichen Lawinenarten müssen sich sonst nur Wintersportler auseinandersetzen, die abseits der Pisten unterwegs sind. Angesichts der massiven Schneefälle sind nun auch Skipisten, Straßen und Ortschaften von Lawinen bedroht.

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    Für Skitourengeher, Freerider oder Schneeschuh-Wanderer ist das Schneebrett die gefährlichste Lawinenart. Oft lösen die Sportler auf ihrer Tour im freien Gelände die Lawine selbst aus, werden mitgerissen und verschüttet. Schneebretter entstehen in Hängen, die 30 Grad oder steiler sind – auch lange nach dem letzten Schneefall.

    Wenn Wintersportler einen Riss in einer tiefer liegenden, störanfälligen Schneeschicht auslösen, können die darüber liegenden Schichten abgehen. Das typische Schneebrett hat eine breite Abrisskante (50 Meter), von der aus der Schnee in Schollen abrutscht. Aber schon kleine Rutsche können lebensgefährlich sein: 90 Prozent aller Lawinenopfer sterben in Schneebrettern.

    Lockerschneelawinen: immer schneller, immer breiter

    Lockerschneelawinen können von selbst abgehen oder von Wintersportlern ausgelöst werden. Normalerweise ist steiles Gelände mit 35 oder 40 Grad Hangneigung dafür nötig – frischer Neuschnee kann dann rutschen. Feuchter und sehr schwerer Schnee (z. B. nach Sonnenschein) kann aber auch schon in Hängen unter 30 Grad in Bewegung kommen.

    Die Lockerschneelawine wird an einem einzigen Punkt ausgelöst, von dort aus wird die Lawine immer schneller, breiter und schwerer. Auch wenn sie statistisch nur wenige Opfer fordern, entwickeln Lockerschneelawinen durch das große Gewicht von nassem Schnee (bis zu 500 Kilogramm pro Kubikmeter) eine zerstörerische Kraft.

    Staublawinen sind selten, aber enorm gefährlich

    Staublawinen wie die Lawine, die 1999 im österreichischen Galtür 31 Menschen das Leben kostete, entstehen bei großer oder sehr großer Lawinengefahr (Warnstufe 4 und 5). Dazu müssen viel Schnee, steile, hohe Hänge und ein Auslöser (wie z.B. ein Schneebrett) zusammenkommen. Mit 300 Stundenkilometern werden sie unglaublich schnell. Der Sog hinter der Lawine zieht immer neuen Schnee an, die Druckwelle vor der Lawine kann Fenster eindrücken, Dächer abdecken oder ganze Häuser zerstören. Wer das aufgewirbelte Schnee-Luft-Gemisch in die Lunge bekommt, kann daran ersticken.

    Regen auf Schnee kann Gleitschneelawinen auslösen

    Bei Gleitschneelawinen rutscht (anders als beim Schneebrett) die gesamte Schneedecke bis zum Boden ab. Voraussetzung sind ein glatter Untergrund (Grashänge oder Felsplatten) und nasser Schnee als unterste Schicht. Gleitschneelawinen gehen daher oft nach Regen ab oder wenn Schmelzwasser durch die Schneedecke gesickert ist. Menschen oder Tiere können Gleitschneelawinen nicht auslösen. Ein breiter Anriss ("Fischmaul") ist oft schon zu erkennen, bevor sich der Schnee in Bewegung setzt und Straßen und Wege verschütten kann.