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Vom Lawinen-Donner geweckt: Pfarrer berichtet aus Balderschwang | BR24

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Wie Balderschwangs Pfarrer Richard Kocher im Gespräch mit Bayern 1 Mittags in Schwaben berichtet, kommen die Helfer nach dem Lawinenabgang in Balderschwang gut voran. Am Morgen wurde er vom Donner der Lawine und dem Warnsignal einer Sirene geweckt.

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Vom Lawinen-Donner geweckt: Pfarrer berichtet aus Balderschwang

Die Helfer kommen nach dem Lawinenabgang in Balderschwang gut voran, wie Pfarrer Richard Kocher dem BR berichtet. Am Morgen wurde er vom Donner der Lawine geweckt. Der Allgäuer Ort ist weiterhin nicht erreichbar.

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"Die Rettungskräfte arbeiten relativ ruhig", sagte Pfarrer Richard Kocher im Gespräch mit Bayern 1 Mittags in Schwaben nach dem Lawinenabgang in Balderschwang. Zunächst habe er gedacht, dass Schnee vom Kirchendach abgehe, bis sich dann herausstellt habe, dass ein größeres Schneebrett das Hotel Hubertus in Balderschwang getroffen habe.

Kocher erinnerte daran, dass in Balderschwang in den 50er-Jahren eine Lawine ins Tal gedonnert sei und elf Menschen getötet habe. Im Inneren der Kirche seien damals Scherben und Schmutz einen Meter hoch gewesen. Im Unterschied zu der tödlichen Lawine in den 1950ern, betonte Kocher, habe der mit großem Aufwand aufgeforstete Schutzwald dieses Mal gehalten.

Balderschwang ist derzeit weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 1.100 Einwohner und Touristen sitzen in dem Wintersportort fest. Auf österreichischer Seite war gestern bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Die Zufahrt auf deutscher Seite ist wegen Schneebruchgefahr gesperrt.

Bedrohliche Situation auf Straße nach Österreich

Aktuell sieht Kocher eine bedrohliche Situation entlang der Straße, die von Balderschwang nach Österreich führt. Hier seien jetzt zwei Mal Schneebretter kontrolliert abgesprengt worden:

"Da kommt ein Hubschrauber, lädt da Dynamit ab und das wird aus der Ferne gezündet. Man kann das dann sehen, wie so schwarzer Rauch aufsteigt und dass dann künstlich ausgelöste Lawinen ins Tal hinuntergehen." Pfarrer Kocher, Balderschwang

Möglicherweise werde es hier eine dritte Sprengung geben. "Da wird man sich für die Zukunft überlegen müssen, wie man das in den Griff bekommt. Gott sei Dank ist bisher aber niemand zu Schaden gekommen", erklärte Balderschwangs Pfarrer.

Lawine war etwa 300 Meter breit

Die Polizei zitiert Augenzeugen, wonach die Lawine etwa 300 Meter breit war. An dem Gebäude des Hotel Hubertus seien dadurch Fensterscheiben eingedrückt worden. Das Hotel hatte sich schon auf ein solches Ereignis vorbereitet. Der Sauna- und Wellness-Bereich auf dem Gelände sei schon gestern gesperrt worden, berichtet ein Einheimischer im Gespräch mit dem BR-Studio Schwaben.

Massive Schäden am Hotel - vier Gebäude evakuiert

In dem Hotel hatten sich rund 110 Personen aufgehalten. Alle Gäste seien inzwischen in andere Unterkünfte gebracht worden. Ein Sprecher der Polizei sprach von "massiven Schäden". Der Schnee habe Fensterscheiben eingedrückt und größere Schneemengen seien im Gebäude. Aus Sicherheitsgründen wurden im Ort insgesamt vier Gebäude evakuiert. Mehrere Schneehänge wurden kontrolliert gesprengt.

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Nach dem Lawinenabgang heute früh an einem Hotel im Wintersportort Balderschwang im Ostallgäu bereiten Experten die kontrollierte Sprengung weiterer Schneehänge vor.