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Bislang herrscht reger Verkehr in der Nürnberger Königstraße. Das wird sich bald ändern.

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Vom Bahnhof zur Burg: Nürnberger Fußgängerzone wird größer

Die Nürnberger Innenstadt soll attraktiver werden. Das soll dem Handel und der Gastronomie helfen, die unter der Corona-Krise leiden. Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Fußgängerzone größer werden soll – autofrei vom Bahnhof bis zur Burg.

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Von
  • Michael Reiner

Die Königstraße ist das Eingangstor zur Nürnberger Innenstadt. Sie führt vom Hauptbahnhof zur Lorenzkirche. Hier sind tagtäglich rund 40.000 Menschen. Sie drängen sich auf den Gehwegen links und rechts der Fahrbahn. Doch bald wird das Vergangenheit sein. Die Nürnberger Stadträte wollen, dass die Passantinnen und Passanten endlich den Raum bekommen, den sie benötigen. Deshalb haben sie am Mittwochabend einstimmig beschlossen, dass die Königstraße autofrei werden soll. Und nicht nur das: Die Fußgängerzone wird künftig vom Bahnhof bis zur Burg gehen.

Mehr Leben in die City bringen

Ziel der Erweiterung ist es, die Innenstadt attraktiver zu machen. Davon sollen vor allem der Einzelhandel in der City und die Gastronomie profitieren, die von der Corona-Krise schwer getroffen sind. "Die Fußgängerzone ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Teil einer lebenswerten Altstadt", begründet SPD-Stadtrat Nasser Ahmed den Antrag. In der Pandemie sei das Bedürfnis gestiegen, draußen zu sein. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Jahrhundertprojekt Fußgängerzone anzugreifen", so Ahmed.

Pflanzkübel statt Parkplätze

In den kommenden Monaten werden die betroffenen Straßen zunächst provisorisch gesperrt. Es ist geplant, dass Bäume in Pflanzkübeln aufgestellt werden. Auf den rund 60 Parkplätzen, die am Rand der Königstraße wegfallen, sollen Fahrradständer und Sitzbänke entstehen. Die Gastronomie kann ihre Freiflächen erweitern. Und die Verkaufsstände in der Königstraße bekommen so mehr Raum. Auch die Burgstraße vom Rathaus hoch zur Kaiserburg soll für den Autoverkehr gesperrt werden.

Autos raus – ein Nürnberger Erfolgsrezept

Die Ideen zur Erweiterung der Fußgängerzone gab es schon länger. "Aber Veränderungen und Pandemie haben dem Prozess einen Schub verliehen", sagt Baureferent Daniel Ulrich. "Jetzt ist es die richtige Zeit, eine große Achse vom Hauptbahnhof zur Burg zu schaffen." Die Nürnberger Fußgängerzone gilt als eine der größten in Deutschland, sagt Baureferent Ulrich. Sie wurde vor mehr als 50 Jahren eingerichtet. "Man hat Nürnberg faktisch autofrei gemacht", so Ulrich. "Heute fahren fast 100.000 Autos weniger als vor 30 Jahren durch die Innenstadt." Damals konnten die Autos beispielsweise noch am Rathaus vorbeifahren.

Keine kostenfreien Parkplätze mehr

Anwohner, Lieferanten und Hotelgäste werden auch künftig in die neuen Teile der Fußgängerzone fahren dürfen. Andere Autofahrer, die trotzdem in die Innenstadt wollen, sollen die Parkhäuser nutzen, sagt CSU-Stadtrat Thomas Pirner. In der Nürnberger Innenstadt wird es außer für Anwohner bald keine kostenfreien Parkplätze mehr geben.

Experiment kostet einige hunderttausend Euro

Baureferent Ulrich rechnet damit, dass die provisorische Erweiterung einige hunderttausend Euro kosten wird. Die Stadt Nürnberg hofft dabei auf Zuschüsse vom Bund und vom Land. Sollte sich das Experiment der erweiterten Fußgängerzone bewähren, müssten die Straßen dann komplett umgebaut werden. Das würde nach Berechnung von Baureferent Ulrich mehrere Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung über eine endgültige Lösung werde jedoch frühestens in zwei bis drei Jahren fallen.

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Die Nürnberger Innenstadt soll fußgängerfreundlicher werden. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, die Fußgängerzone zu vergrößern. Demnächst wird der Bereich zwischen dem Bahnhof und der Burg autofrei.

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