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Volle Tonne: Im Corona-Lockdown produzieren wir mehr Müll | BR24

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Zuhause sitzen und konsumieren - die Folge sind volle Mülltonnen. Doch während die Mengen an Rest- und Verpackungsmüll im Corona-Lockdown in Unterfranken regelrecht explodieren, sind blaue Papiertonnen oft leichter als sonst.

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Volle Tonne: Im Corona-Lockdown produzieren wir mehr Müll

Zuhause sitzen und konsumieren – die Folge sind volle Mülltonnen. Aber es gibt Unterschiede: Während die Mengen an Rest- und Verpackungsmüll im Corona-Lockdown in Unterfranken regelrecht explodieren, sind blaue Papiertonnen oft leichter als sonst.

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Von
  • Jürgen Gläser
  • BR24 Redaktion

Restaurants sind im derzeitigen Corona-Lockdown in Bayern geschlossen. Wer also gerade sein Lieblingsgericht vom Restaurant in der Nähe essen will, muss es sich liefern lassen oder abholen. Auch Kleidung oder andere Waren müssen aktuell online bestellt werden. Im Corona-Lockdown verändert sich unser Konsumverhalten – und damit auch der Müll, den wir erzeugen. Die Entsorgungsunternehmen bekommen das teilweise drastisch zu spüren.

Doppelt so viel Verpackungsmaterial

Im Landkreis Kitzingen hat sich etwa die Menge an Verpackungsmüll im Gelben Sack seit dem Jahreswechsel fast verdoppelt, bestätigt ein Betriebsleiter des Entsorgungsunternehmens Knettenbrech und Gurdulic. Die Müllfahrzeuge müssten teilweise schon nach vier Stunden Fahrt zum Entladen zurückkommen. Normalerweise schafften sie eine Tagestour am Stück.

Kartons sorgen für volle Papiertonnen in Würzburg

Bei der blauen Papiertonne ist im Landkreis Würzburg ein anderer Trend erkennbar: mehr Volumen, aber weniger Gewicht. Der Grund: Viele Kartons aus dem Onlinehandel werden nicht plattgemacht und landen so wie sie sind im Altpapier. Die Papiertonne ist dann schnell voll, hat aber kaum Inhalt.

Mehr Hausmüll, weniger Gewerbemüll

Im Müllheizkraftwerk in Würzburg fällt momentan erkennbar mehr Hausmüll an. Der Gewerbemüll-Anteil ist dafür um 20 Prozent zurückgegangen. Derzeit fehle der Müll aus der Gastronomie, von der Hotellerie und auch von Industriebetrieben, die in Kurzarbeit sind, erklärt Geschäftsleiter Alexander Kutscher. Auch das Fehlen von Tagungsgästen und der zuletzt über 100.000 Touristen, die jährlich mit Hotelschiffen in Würzburg anlegten, mache sich bemerkbar.

Viel Betrieb an den Wertstoffhöfen

Seit Mai vergangenen Jahres gibt es einen spürbaren Andrang an den Wertstoffhöfen in der Region. Schon im ersten Lockdown hätten viele Unterfranken aufgeräumt und entrümpelt, sagt Alex Pfenning vom Kommunalunternehmen "team orange" im Landkreis Würzburg. Das sei über das ganze Jahr so weitergegangen. Vor allem viele Altmöbelteile und Matratzen landeten schließlich in der Brennkammer, ergänzt Müllheizkraftwerk-Geschäftsleiter Alexander Kutscher: "Offenbar wird auch im zweiten Lockdown viel Altes durch Neues ersetzt."

© BR/ Jürgen Gläser

Im Würzburger Müllheizkraftwerk fällt derzeit mehr Hausmüll an als sonst.

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