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Volkstrauertag: Gedenktag von gestern? Nein, sagt der Volksbund | BR24

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Kriegsgräber auf einem Friedhof in Bayern.

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    Volkstrauertag: Gedenktag von gestern? Nein, sagt der Volksbund

    Heute ist Volkstrauertag – ein Tag, der in Deutschland den Verstorbenen der beiden Weltkriege gewidmet ist. 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es noch Menschen, die nach ihren vermissten Angehörigen suchen - auch in der Oberpfalz.

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    Von
    • Margit Ringer

    Im November wird am Volkstrauertag jedes Jahr der Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft gedacht. Ursprünglich war der Volkstrauertag nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt worden, um der getöteten deutschen Soldaten in diesem Krieg zu gedenken. Inzwischen wird am Volkstrauertag an die Kriegstoten beider Weltkriege erinnert. Heuer fallen viele Gedenkveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie aus. Dennoch sei das Gedenken wichtig, sagt der Vizepräsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Landrat von Amberg-Sulzbach, Richard Reisinger.

    Gedenken an Kriegsopfer wichtig - Frieden ist nicht selbstverständlich

    Man sollte sich schon bewusst machen, dass Frieden nicht selbstverständlich sei, so Reisinger, dass Frieden keineswegs nur Auftrag an die staatliche Politik sein könne. Der Volksbund ist eine humanitäre Organisation, die sich unter anderem auch aus Spenden finanziert, die jährlich bei Straßensammlungen im Herbst zusammenkommen. Allerdings, so Reisinger, sei der Volksbund „weit davon entfernt ein landschaftsgärtnerischer Verein zu sein“, der sich nur um die Pflege von Kriegsgräberstätten kümmere.

    Volksbund exhumiert jährlich ca. 20.000 Gefallene

    Jährlich exhumiert der Volksbund rund 20.000 Menschen international und gebe vielen Toten aus den Weltkriegen Namen und Identität. Rund 35.000 Suchanfragen von Angehörigen kamen im vergangenen Jahr mit einem Anliegen zum Volksbund. Bei den Recherchen arbeitet die Organisation mit dem Bundesarchiv und dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes zusammen. Auch die Internetseite des Volksbundes "Gräbersuche Online" sei stark nachgefragt, so Reisinger.

    Kriegsgräberstätten nicht nur für Soldaten

    Der Volksbund pflegt und unterhält 832 Friedhöfe in 46 Ländern. An den Kriegsgräberstätten sind nicht nur deutsche Soldaten begraben, sondern zum Beispiel auch Vertriebene, Zwangsarbeiter oder ausländische Soldaten. Der Volksbund ist aber auch als Bildungsträger der freien Jugendhilfe und der politischen Erwachsenenbildung anerkannt. In mehreren Jugendbegegnungsstätten in Europa, bei vielen internationalen Jugendtreffen und mit pädagogischen Programmen wolle die Organisation „Jugendliche für extremistische Weltanschauungen sensibilisieren“, so Reisinger. Der Vizepräsident des Volksbundes wird am Sonntag an der zentralen Gedenkfeier im Bundestag in Berlin teilnehmen, zu der auch Prinz Charles aus Großbritannien erwartet wird.

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