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Volksfestschausteller in der Krise - Kreative Ideen helfen | BR24

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Viele Volksfestschausteller bangen um ihre Existenz, weil nach der Wiesn und dem Gäubodenfest immer mehr Volksfeste abgesagt werden. Mit kreativen Ideen wird versucht, zumindest einen Teil der Kosten zu decken.

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Volksfestschausteller in der Krise - Kreative Ideen helfen

Viele Volksfestschausteller bangen um ihre Existenz, weil nach der Wiesn und dem Gäubodenfest immer mehr Volksfeste abgesagt werden. Mit kreativen Ideen wird versucht, zumindest einen Teil der Kosten zu decken.

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Eine Absage nach der anderen – dieses Jahr keine Volksfeste. Das trifft nicht nur die Volksfestfans, sondern vor allem die Schausteller mit ihren Fahrgeschäften und Süßwarenwaggons. Am Freitag wäre der Start der Landshuter Dult und des Deggendorfer Frühlingsfestes gewesen.

Trotz der Krise werden einige Schausteller in diesen Zeiten aber besonders kreativ.

Gebrannte Mandeln kommen per Lieferservice

Die Schausteller-Familie Haimerl aus Straubing ist für ihre Volksfest-Süßwaren bekannt: gebrannte Mandeln, Popcorn, Magenbrot oder Lebkuchenherzen. Doch dieses Jahr gibt es keine Volksfeste. Ein komisches Gefühl für Stephan Haimerl: "Ohne Volksfest kann man sich das nicht vorstellen. Ohne unser Gäubodenvolksfest, wo wir daheim sind – unvorstellbar." Deswegen haben sich die Haimerls etwas einfallen lassen: Sie produzieren Popcorn und gebrannte Mandeln in ihren Lagerhallen statt auf Volksfesten – und liefern das Volksfestfeeling nach Hause.

"Wir bekommen die Bestellungen online. Die meisten Kunden zahlen per PayPal oder per Überweisung, damit man den Kundenkontakt so gering wie möglich hält. Das ist jetzt der Anfang - wir Schausteller sind innovativ und versuchen unser Bestes und hoffen, dass das gut angenommen wird." Stephan Haimerl

Der Lieferservice läuft seit knapp einer Woche – und kommt bei den Kunden gut an. Bisher bestellen meist Freunde und Familie, doch Stephan Haimerl hofft, dass sich der Lieferservice rumspricht. Die Einnahmen durch den Lieferservice könnten zumindest einen kleinen Teil der laufenden Ausgaben für Versicherungen und die Pacht der Volksfestwägen decken. "Dass das keine ganze Volksfestsaison ersetzen kann, ist klar – aber ein Zubrot ist es trotzdem. Bevor wir daheim rumsitzen – wir Schausteller jammern nicht, wir tun etwas", so Stephan Haimerl.

Eine ganze Saison ohne Feste ist existenzbedrohend

Eine ganze Saison ohne Volksfest – das ist existenzbedrohend, wie Günter Haimerl weiß. Er kennt die Branche, er ist Vorsitzender des Schaustellerverbands Ostbayern. "Wahrscheinlich werden 40 bis 50 Prozent der Branche Insolvenz anmelden müssen", schätzt Günter Haimerl.

Besonders hart trifft es Schausteller-Familien, die große Fahrgeschäfte auf der Wiesn, dem Gäubodenvolksfest oder anderen Volksfesten betreiben. Wie die Zinneckers aus Aiterhofen mit ihrem Happy Monster und dem Roll Over:

"Fahrgeschäfte kann man nicht to go anbieten. Das ist immer noch eine analoge Sache." Patrick Zinnecker

Zinnecker bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten und die Zwangspause sinnvoll zu nutzen. Er schraubt an seinen Fahrgeschäften in der Lagerhalle in Bogen herum, um alles in Schuss zu halten. "Denn sobald es weiter geht, dass man dann wieder starten kann", so Patrick Zinnecker. Weitergehen wird es wohl erst wieder nächstes Jahr.

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