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Volksfest-Feeling für die Sommerferien | BR24

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Riesenrad vor weiß-blauem Himmel

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    Volksfest-Feeling für die Sommerferien

    Oktoberfest, Gäubodenfest, Gillamoos: Alles abgesagt in diesem Jahr. Könnten dezentrale Volksfeste in der Innenstadt die Lösung sein? Einige bayerische Städte wollen das prüfen und planen Ersatz-Konzepte für den Sommer.

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    Von
    • Tanja Gronde
    • Stefanie Wagner

    Die Stadt München hat heute beschlossen, dass Schausteller und Marktkaufleute in der Innenstadt Stände aufstellen dürfen: Während der Sommermonate könnte es mehrere Standorte geben, wo ein bisschen Volksfestgefühl herrscht. Also ein "Sommer in der Stadt" mit Buden und Fahrgeschäften, der nach Mandeln, Zuckerwatte und Hendl riecht.

    Höchstes Gebot: Besucher und Beschicker müssen das bis dahin gültige Hygienekonzept einhalten. Deshalb verteilt sich das Sommervergnügen auf viele Plätze. Die Rede ist von einer hohen zweistelligen Zahl.

    Kein Mini-Oktoberfest

    Das Dezentrale Volksfest ist aber kein Wiesn-Ersatz, stellt Wiesnchef Clemens Baumgärtner von der CSU klar:

    "Das Oktoberfest ist ganz oder gar nicht. (...) Und wir wollen ganz explizit, dass wir wir da vorschlagen, nicht als Ersatz-Wiesn oder Wiesn-Light verstanden wissen sondern es ist der "Sommer in der Stadt", das ist unser Arbeitstitel." Clemens Baumgärtner, Wiesnchef

    Es sollen also vor allem Stadtteil-Feste werden mit den Schaustellern, die Mandln verkaufen oder ihr Kinder-Karussell aufbauen. Dazu eine Bühne für Kleinkünstler, Bierausschank, alles draußen. Vielleicht auch ein Kettenflieger, der im Freibad steht, ein Autoscooter vor dem Einkaufszentrum - da prüft das Team um Clemens Baumgärtner nun alle Möglichkeiten, auch großen Fahrgeschäfte einen Platz zu verschaffen, wenn auch keinen prominenten Standort wie auf der Theresienwiese.

    "Für den Bayerntower wäre das natürlich eine wunderbare Geschichte, wenn er am Marienplatz stehen könnte, aber das wird nicht die Realität sein. Erstens müssen wir schauen, dass keine Infektionsgefahr von den Geschäften ausgeht (...) und auf der anderen Seite, müssen wir schauen, dass der Platz auch dazu passt." Clemens Baumgärtner, Wiesnchef

    Der "Sommer in der Stadt" ist für die Sommerferien vorgesehen, für die Daheimgebliebenen und Touristen, die bis dahin wieder kommen könnten, und um die Schausteller zu unterstützen. Die Idee ist Balsam für ihre Seele sagt die Münchner Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl.

    "Allein der Gedanke daran, wie man uns in dieser sehr schwierigen Situation unter die Arme greifen kann, etwas für uns tun kann, ist ein Zeichen, wo einfach ein bisschen Hoffnung gibt." Yvonne Heckl, Schausteller-Sprecherin

    Auch die Augsburger prüfen gerade, ob es ein Sommerfest geben soll, und die Fahrgeschäfte in der Innenstadt aufgestellt werden könnten. Ob das geht, bestimmen Ordnungsbehörden und die bis dahin geltende Corona-Regeln. Denkbar ist ein "Augsburger Familiensommer" an beliebten Plätzen wie dem Moritzplatz, Rathausplatz oder Willy-Brandt-Platz.

    Drive-In-Volksfest als Alternative

    Besonders findig war dieses Jahr schon der Landshuter Festwirt Patrick Schmidt, der hat nämlich noch bis Ende der Woche ein Drive-In-Volksfest auf die Beine gestellt. Und die Besucher kommen sogar bis aus München. Geboten wird in zehn Minuten ein Dult-Gefühl beim Durchfahren mit dem Auto: an einem Autoschalter, der einem Stadl nachempfunden ist, laufen auf zwei Bildschirmen Bilder von der letzten richtigen Landshuter Frühjahrsdult. Am Schalter gibt es frisch gebratene Hendl, Fisch, gebrannte Mandeln und natürlich Bier zu kaufen. Manche sitzen beim Durchfahren sogar in Tracht im Auto.

    In einigen anderen Städten sind die Planungen noch weniger weit fortgeschritten. Die Städte Cham, Mainburg und Dingolfing beispielsweise überlegen noch geeignete Konzepte, wollen aber grundsätzlich Alternativen zu ihren Volksfesten anbieten. Und auch Straubing will einem Sprecher zufolge unbedingt Ersatz-Aktionen zum großen Gäubodenvolksfest durchführen, auch um die vielen Schausteller und Budenbetreiber, die aus der Region stammen, ein bisschen aufzufangen.

    Feeling und Festbier zum Mitnehmen wird auch das Gillamoos in Abensberg anbieten. Am 6 September, dem Gillamoos-Sonntag, sind die Standl auf der Festwiese geöffnet: für Bier, Hendl, Käse oder Brezn to go. Und der Bürgermeister hat eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um die Schausteller vor Ort zu unterstützen. Jeder kann also selbst seinen Teil dazu beitragen, dass es Volksfeste auch nach Corona noch geben wird.

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    • Tanja Gronde
    • Stefanie Wagner
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