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Bildrechte: Feuerwehr Volkach

Die Volkacher Feuerwehr hilft nach den Überschwemmungen in Altenahr unter schwierigen Bedingungen.

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    Volkacher Feuerwehr: Bombenfund in Gefahrengebiet

    Bei ihrem Einsatz im schwer von Überschwemmungen getroffenen Altenahr in Rheinland-Pfalz arbeitet die Volkacher Feuerwehr unter gefährlichen Bedingungen. Am Samstag mussten die Feuerwehrleute nach einem Bombenfund aus dem Gefahrengebiet rennen.

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    Von
    • Eva Behringer

    Seit Donnerstag ist das 38-köpfige Helferkontingent aus Unterfranken mit zwölf Fahrzeugen in Altenahr im Landkreis Ahrweiler im Einsatz. Sie helfen dort unter sehr schwierigen Bedingungen, Öltanks in zerstörten, teils einsturzgefährdeten Häusern auszupumpen.

    "Gefahr an jeder Ecke": Bombenfund nahe Einsatzort

    Direkt neben dem Einsatzort der Volkacher Feuerwehr haben am Samstag private Helfer eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg im Trümmerfeld gefunden. Die Feuerwehrleute mussten umgehend aus dem Gefahrenbereich wegrennen und zwei Einsatzfahrzeuge zurücklassen. Eineinhalb Stunden später kam dann laut dem Bericht der Feuerwehr das große Aufatmen: Der Bombenentschärfer der Polizei konnte den Sprengkörper der Stabbrandbombe entfernen.

    "Grundsätzlich zeigt dieser Vorfall die extreme Dynamik, die hier im Katastrophengebiet herrscht. Unsere Einsatzkräfte müssen ständig auf alle nur denkbaren Lageänderungen vorbereitet und extrem vorsichtig sein. An jeder Ecke warten andere, zum großen Teil lebensbedrohliche Gefahren." Moritz Hornung, Pressesprecher der Volkacher Feuerwehr

    Messgerät schlägt immer wieder Alarm

    Die Feuerwehrleute müssen sich den Weg zu den Öltanks häufig erst durch Schlamm und Schutt bahnen und arbeiten unter großer Anspannung. Während der Arbeiten in Kellern überwachen sie die Luft permanent durch ein extra aus Volkach mitgebrachtes Mehrgas-Messgerät. Dieses schlägt Alarm, bevor ein zündfähiges Gemisch aus Öl und Luft entsteht und misst auch den Gehalt an Faulgas, Kohlenstoffmonoxid und Sauerstoff. Das Messgerät schlug laut Einsatzbericht während der Arbeiten immer wieder an, so dass die Einsatzkräfte die Keller immer wieder schnell verlassen mussten. Erst nachdem die Räume belüftet waren, konnten die Arbeiten fortgesetzt werden. Am Freitag und Samstag haben die Feuerwehrleute aus Unterfranken alle Öltanks in Altenahr abgepumpt, insgesamt mehrere 100.000 Liter Öl.

    Surreale Ruinenlandschaft mit bestialischem Gestank

    Die Bilder der Verwüstung im Tal werden laut Pressesprecher Moritz Hornung nach zwei Einsatztagen langsam zum Alltag für die Feuerwehrleute: "Unbeirrt vom Anblick der surrealen Ruinenlandschaft, dem bestialischem Gestank, den giftigen Staubwolken und dem überall faulenden Schlamm, kämpfen sie sich Stück für Stück vor. Die körperliche Belastung bei den fast pausenlosen Arbeiten in Vollschutzanzügen ist enorm und fordert den Feuerwehrmännern einiges ab. Nach jeder Einsatzstelle werden die Einsatzkräfte dekontaminiert, gereinigt und desinfiziert, denn der Eigenschutz hat oberste Priorität."

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    Die Volkacher Feuerwehrleute müssen bei ihrem Einsatz nach den Überschwemmungen in Altenahr permanent Schutzanzüge und Masken tragen.

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