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"Volk-Heimat-Dorf" - wie der NS-Staat das Dorfleben veränderte | BR24

© BR/Peter Allgaier

Die Geschichte des Nationalsozialismus wird meist anhand der großen Machtzentren und Metropolen erzählt. Doch der NS-Staat spielte auch im Alltagsleben der Bürger auf dem Land eine große Rolle.

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"Volk-Heimat-Dorf" - wie der NS-Staat das Dorfleben veränderte

Die Geschichte des Nationalsozialismus wird oft anhand der Großstädte erzählt. Doch der NS-Staat hat auch im Alltagsleben der Bürger auf dem Land eine große Rolle gespielt, das zeigt die Ausstellung "Volk - Heimat - Dorf" im Heimatmuseum Illerbeuren.

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Die Ausstellung "Volk - Heimat - Dorf" im Heimatmuseum Illerbeuren zeigt, wie sich das Leben in den Dörfern nach 1933 verändert hat, wie sich die Diktatur auf den Alltag in den Dörfern ausgewirkt hat. Viele Beispiele aus dem Alltagsleben sind dort zusammengetragen worden.

Nazi-Sprüche auf der Honigschleuder

Die Nazis bereiteten Mitte der dreißiger Jahre den nächsten Weltkrieg vor. Auf dem Land wurden damals zum Beispiel Seidenraupen gezüchtet, um daraus große Fallschirme herzustellen. Amelie Bach vom Bauernhofmuseum Illerbeuren zeigt in der Ausstellung auch eine Anleitung zum Rapsanbau, in der die Bevölkerung zur Sparsamkeit aufgerufen wird. "In erster Linie müssen wir genügend Fett für die Ernährung des Volkes schaffen. Ein Hektar Ölfrucht bringt sechsmal so viel Fett ein wie ein Hektar über die Kuhhaltung", heißt es da.

Auf dem Schwungrad einer ausgestellten Honigschleuder prangt der Schriftzug "Sieg Heil". Die Ideologie sollte so in die Köpfe der Menschen kommen.

© BR/Peter Allgaier

Auch Kinderspielzeug aus der NS-Zeit ist in der Ausstellung in Illerbeuren zu sehen.

Sammelbilder und Mini-Führer

Die Ausstellung zeigt auch Spielzeug in Form einer Handgranate aus Holz oder ein SA-Helm aus Holz mit Spielfiguren samt Mini-Führer. In Illerbeuren sind auch Sammelalben aus der Zeit des Nationalsozialismus zu sehen. "Wie man heute Fußballer sammelt, also die typischen Panini-Bilder, hat man damals Bilder von Männern in Uniform gesammelt", erklärt Amelie Bach. Warum das "Tausendjährige Reich" am Ende doch nur zwölf Jahre Bestand hatte, erklärt die Ausstellung eher beiläufig, aber sie wirft gelungene Schlaglichter auf das Landleben in der NS-Zeit. Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. November.