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Vogelzählung: Wieder mehr Seeadler in Bayern | BR24

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Der Seeadler kehrt wieder nach Bayern zurück: In der Oberpfalz und in Mittelfranken drehen die imposanten Tiere bereits ihre Kreise und fühlen sich offenbar pudelwohl bei uns. Und: Sie sind auch äußerst fotogen.

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Vogelzählung: Wieder mehr Seeadler in Bayern

Adler gelten als Könige der Lüfte. Mittlerweile melden Naturschützer wieder mehr Seeadler in Bayern. Derzeit balzen die Tiere und können deshalb gut beobachtet werden - vor allem in der Oberpfalz und in Teilen Frankens.

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In Bayern sind wieder häufiger Seeadler zu beobachten. Der Landesbund für Vogelschutz LBV spricht von derzeit 23 bekannten bayerischen Revieren. 16 bayerische Seeadlerpaare konnten im vergangenen Jahr zudem bei einer erfolgreichen Brut beobachtet werden.

Derzeit gut zu beobachten

Die Seeadler sind derzeit in der Balz. Dabei versuchen sie unter anderem mit markanten Rufen und spektakulären Balzflügen den Partner zu beeindrucken und achten weniger auf die Umgebung. Zudem sind sie eigentlich leicht zu erkennen, mit ihrem großen gelben Schnabel, dem hellen Kopf, dem weißen Schwanz und einer Spannweite von zwei bis 2,5 Meter. Beim Landesbund für Vogelschutz, LBV, spricht man wegen seiner Größe auch von einem fliegenden Scheunentor, das vor allem tagsüber gut zu beobachten ist, wenn die Luftströmung gut ist.

Seeadler fühlen sich in Bayern zunehmend wieder wohl

Am ehesten sind Seeadler im Freistaat in Nordbayern an bewaldeten Seen zu beobachten, vor allem in der Oberpfalz und in Teilen Frankens. Dort finden sie alles, was sie zum Leben braucht: Bäume und Felsnischen für den Horst sowie ausreichend Nahrung. Beim LBV weist man daraufhin, dass die ersten Seeadler im Truppenübungsplatz Grafenwöhr gebrütet haben. Von dort haben sie sich dann ausgebreitet:

"Das sehen wir auch bei anderen Arten, wie den Fischadler und den Kranich. Der Übungsplatz ist ein großes ruhiges Gebiet, dort können sie sich festsetzen. Das spricht dafür, dass wir große ruhige Schutzgebiete brauchen." LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer

Beim LBV geht man davon aus, dass sich die Seeadler auch nach Südbayern ausbreiten, an die Donau oder an den Chiemsee.

Wissenswertes zum Seeadler

Wenn sich ein Seeadlerpaar einmal gefunden hat, ist es standorttreu und baut sich einen Horst, am liebsten auf einem alten Laubbaum. Sie bleiben aber auch ihrem Partner treu und zwar ihr Leben lang - und das kann lang sein. Wenn sie erst einmal ausgewachsen sind, können Seeadler zwischen 15 und 40 Jahre alt werden. Die Jungvögel dagegen streifen zum Teil über mehrere hundert Kilometer herum.

Der Seeadler ernährt sich von Fisch, Wasservögeln und Aas. Das wird ihm auch immer wieder zum Verhängnis. Wenn Greifvögel mit Bleimunition geschossenes Aas fressen, nehmen sie das Blei mit der Nahrung auf. Dies führt zu schweren Vergiftungen und häufig zum Tod des Vogels. Der LBV rechnet nicht damit, dass Seeadler eine neue Konfliktart werden. Natürlich fräßen sie Fische, aber mengenmäßig falle das überhaupt nicht ins Gewicht, so Schäffer. Man sollte sich einfach darüber freuen, dass die Art wieder in Bayern sei.

Vogelschutzbund bittet um Mithilfe

Der Landesbund für Vogelschutz will sich ein genaueres Bild über Bestände der Seeadlerpopulation in Bayern machen und bittet deshalb Wanderer und Spaziergänger darum, ihm ihre Beobachtungen zu mailen. Die Experten vom LBV freuen sich sich über möglichst viele Informationen, wie die Anzahl und mögliche erkennbare Zeichen der Vögel sowie Verhalten und eventuell erkennbare Markierungen (Farbringe an den Beinen). Vielleicht gelingt es ja auch ein Foto zu machen, um Alter und Zustand des Seeadlers möglichst genau bestimmen zu können.

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