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Symbolbild: Amsel
© LBV, Z. Tunka

Autoren

Christine Kerler
© LBV, Z. Tunka

Symbolbild: Amsel

Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren zwei Amseln, ein Kleiber und ein Bartkauz an der Usutu-Virus-Infektion erkrankt, deren Proben nach einem ersten Verdacht auf die Krankheit am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht wurden. Bei der Krankheit handelt es sich demnach um eine von Stechmücken übertragene Viruserkrankung durch sogenannte Arboviren, von der insbesondere Amseln, aber auch andere Singvögel betroffen sein können.

Tote Tiere nicht anfassen

Erkrankte Tiere seien unter anderem an apathischem Verhalten und dem fehlenden Fluchtreflex zu erkennen, sagte ein LGL-Sprecher dem Bayerischen Rundfunk. Auch könne das Gefieder im Hals- und Kopfbereich struppig sein bzw. der Vogel dort kahle Stellen aufweisen. An die Bevölkerung appelliert das LGL, tote Singvögel nicht anzufassen. Sollten vermehrt tote Vögel gefunden werden, sollte das Veterinäramt kontaktiert werden.

Ansteckungsgefahr für den Menschen gering

Das Ansteckungsrisiko für Menschen sei aber sehr gering, so der Sprecher: Weltweit sind bisher nur sehr wenige Erkrankungsfälle bekannt – darunter bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für die Übertragung seien Stechmücken verantwortlich, die auf Vögel spezialisiert seien, erklärte LGL-Sprecher Aleksander Szumilas im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. "Nicht jede Schlafzimmermücke kann das haben."

Keine Gefahr für Verbraucher

Auch, dass Geflügelfleisch betroffen sein könnte, ist den LGL-Informationen zufolge unwahrscheinlich: Natürliche Infektionen mit dem Usutu-Virus wurden bei Geflügel bisher nicht nachgewiesen, so das LGL. Eine Ansteckung für den Verbraucher könne also nahezu ausgeschlossen werden. Lediglich bei Studien in experimentellem Umfeld konnte demnach bei Gänsen und Hühnern eine Infektion mit dem Usutu-Virus beobachtet werden – diese führte in den Studien aber nicht oder nur zu milden Symptomen.

Weitere Untersuchungen

Die Vogel-Krankheit kommt laut LGL ursprünglich in Afrika, Südostasien und Südamerika vor. In Deutschland wurde das Usutu-Virus bei Vögeln demnach erstmals 2011 nachgewiesen. Die letzte größere Infektion mit dem Usutu-Virus fand dem LGL zufolge 2016 in Südwestdeutschland und in der Umgebung von Leipzig statt. Die meisten Fälle treten demnach während der Stechmückensaison von Mai bis September auf. Aktuell laufen die Untersuchungen weiterer Proben.

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