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Feldlerchen sind bedroht. In Schwaben nehmen einige Landwirte darauf Rücksicht und schaffen z.B. Freiflächen auf ihren Feldern für Lerchen.

Die Feldlerche hat es überall dort besonders schwer, wo die Landwirtschaft besonders intensiv ist. In Schwaben ist das vor allem im Norden der Fall. So wird etwa das Ries mit seinen sehr fruchtbaren Böden intensiv für den Ackerbau genutzt. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) warnt, dass die Lerche in diesen Gegenden nur noch wenige Brutplätze findet.

Zu dichte Saat für Lerchen-Nester

Die Vögel brüten eigentlich zwei bis drei Mal pro Jahr auf wenig genutzten Wiesen, auf Brachflächen oder auch auf Ackerflächen. Das Problem auf den Feldern ist jedoch: Die Bauern säen heutzutage sehr dicht und schon sehr früh stehen die Pflanzen sehr hoch – oft zu hoch für den Bodenbrüter.

Landwirt legt Lerchenfenster auf seinen Feldern an

Karlheinz Götz, Kreisobmann des Bauernverbandes im Landkreis Donau-Ries, verweist jedoch darauf, dass sich einige Bauern bereits für den Vogelschutz einsetzen. Über spezielle Förderprogramme lege er zum Beispiel Lerchenfenster an. Das sind wenige Quadratmeter große Bereiche in den Feldern, in denen nichts ausgesät wird und so kleine Freiflächen zum Brüten entstehen.

Dünnsaat - damit Lerchen Nester bauen können

Auch wird die sogenannte Dünnsaat praktiziert: Dabei wird weniger dicht ausgesät, so dass dazwischen genug Platz für die Gelege der Feldlerche bleibt. Auch gibt es in Nordschwaben relativ viele Kartoffel- und Rübenäcker. Dort stehen die Pflanzen nicht so dicht wie beim Getreide und ermöglichen es der Feldlerche zu brüten.

Naturschützer fordern umweltfreundlichere Agrarpolitik

Der LBV lobt dieses Engagement, Christiane Geidel sagte dem BR: „Wir wollen die Landwirtschaft nicht an den Pranger stellen. Die meisten Landwirte können gar nicht anders als so intensiv ihre Felder zu bestellen!“ Deshalb drängt der LBV auf eine andere EU-Agrarpolitik: Statt die jährlich 6,4 Milliarden für deutsche Bauern wie bisher mit der Gießkanne zu verteilen, solle das Geld verstärkt an die Betriebe ausgezahlt werden, die umweltfreundlicher arbeiten und sich zum Beispiel am Artenschutz beteiligen.

Viele Bauern wollen Förderung per Gießkannenprinzip

Karlheinz Götz vom Bauernverband sieht das anders und ist weiterhin für das „Gießkannenprinzip“, denn in schlechten Jahren würden diese Direktzahlungen der EU 30-40 Prozent des Einkommens von Landwirten ausmachen.

Vogel des Jahres befeuert Diskussion um Subventionen

Die Feldlerche als Vogel des Jahres befeuert damit auch in Schwaben die Diskussion um öffentliche Gelder für die Bauern. Derzeit wird in Brüssel über die Zahlungen heftig diskutiert, denn nächstes Jahr soll eine Reform der Agrarpolitik beschlossen werden.