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Vogelgrippe in Pottenstein: Kein weiterer Infektionsfall | BR24

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Nach den Wildvögeln ist in Bayern nun erstmals auch Hausgeflügel von der Geflügelpest betroffen. In der Gemeinde Pottenstein wurde der erste Fall in einem Bestand offiziell bestätigt. 20 Hühner mussten gekeult werden.

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Vogelgrippe in Pottenstein: Kein weiterer Infektionsfall

Vergangene Woche war bei Hühnern eines privaten Geflügelhalters aus Pottenstein die Vogelgrippe festgestellt worden. Daraufhin wurden die Tiere getötet und viele weitere Halter überprüft. Jetzt gibt das Landratsamt Bayreuth vorerst Entwarnung.

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Von
  • Nicolas Eberlein
  • Ulla Küffner

Nachdem bei Hühnern eines privaten Halters in Pottenstein (Lkr. Bayreuth) die Vogelgrippe nachgewiesen worden war, sind am Wochenende die Tiere von 77 Geflügelhaltern im Umkreis überprüft worden. Dabei wurde kein weiterer Infektionsfall festgestellt, so Iris Fuchs, Leiterin der Veterinärabteilung im Landratsamt Bayreuth im Gespräch mit dem BR.

Hühner wurden getötet und unschädlich entsorgt

Vor vier Tagen hatte der private Hühnerhalter den Tierarzt und das Veterinäramt aufgrund des Falls verständigt, seine 20 Hühner wurden daraufhin getötet und fachgerecht unschädlich entsorgt, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts Bayreuth. Iris Fuchs geht nach der Überprüfung vom Wochenende von einem Einzelfall aus. Der Betrieb liege unmittelbar an einem Fluss. Dort befänden sich viele Wildenten, von denen häufig die Vogelgrippe ausgehe, so Fuchs weiter.

Sperrbezirk für 14 Pottensteiner Ortsteile

Zurzeit sind 14 Ortsteile der Stadt Pottenstein durch eine Allgemeinverfügung zum Sperrbezirk erklärt worden. Damit gilt Stallpflicht für jegliches Hausgeflügel – sozusagen Quarantäne für die Vögel, so Iris Fuchs. Bei der Stallarbeit muss Schutzkleidung getragen werden, die Ställe müssen zudem besonders gereinigt und desinfiziert werden. Sollte es in den Ställen zu eng für die Vögel werden, könnten sie auch weiterhin im Freien gehalten werden. Allerdings müsse dann eine Überdachung gewährleistet werden.

Bürgermeister: "Keine Panik in der Bevölkerung"

Der Erste Bürgermeister von Pottenstein, Stefan Frühbeißer (Christliche Wählerunion) lobt das gute Krisenmanagement. In einer solchen Situation sei schnelles Reagieren das Entscheidende, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Situation vor Ort sei aber keine Besondere: "Es ist nicht so, als ob man jetzt eine zusätzliche Panik hier hätte oder diese in der Bevölkerung spürbar wäre, sondern das wird ganz sachlich abgearbeitet", so Frühbeißer.

Lokale Behörden sollen bei Bedarf Aufstallungspflicht verhängen

Inzwischen sollen in Bayern lokale Behörden bei Bedarf ab sofort verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen für Haus- und Nutzgeflügel anordnen. Eine sogenannte Aufstallungspflicht für Geflügel, also dass die Tiere nicht mehr aus den Ställen heraus dürfen, bestehe aktuell aber nur in den Landkreisen Bayreuth, Haßberge sowie Forchheim.

Das Landratsamt Bamberg weist in einem Schreiben darauf hin, dass alle Geflügelhaltungen, beim zuständigen Veterinäramt zu melden sind. Dazu zählen auch alle Halter, die unter anderem Hühner, Enten oder Gänse hobbymäßig aufziehen. Außerdem sollen vermehrte Todesfälle im Hausgeflügelbestand und bei Wildvögeln beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Vogelgrippe für Menschen unbedenklich

Für Menschen ist das Virus unbedenklich. Iris Fuchs sei am Wochenende gefragt worden, ob sie von den geprüften Betrieben Eier essen würde. "Selbstverständlich" habe sie geantwortet, da bräuchte man sich keine Gedanken machen. Dennoch sollten tot aufgefundene Vögel nicht angefasst und den Behörden gemeldet werden.

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Nach einem Vogelgrippe-Fall in Pottenstein wurden 77 Geflügelhalter im Umkreis überprüft – bislang gibt es keinen weiteren Fall.

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