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Vogelgrippe: Freilandhühner in Partyzelt wegen Stallpflicht | BR24

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Im Landkreis Roth müssen wegen einer ansteckenden Vogelgrippe ein paar Hundert Hühner geschützt werden. Ein Hilpoltsteiner Landwirt hat deshalb ein Partyzelt aufgebaut. Es soll dem Geflügel einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Freiheit bieten.

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Vogelgrippe: Freilandhühner in Partyzelt wegen Stallpflicht

Im Landkreis Roth müssen Freiland-Hühner wegen einer ansteckenden Vogelgrippe im Stall bleiben. Um seinen Tieren dennoch Auslauf zu verschaffen, hatte ein Hilpoltsteiner Landwirt eine Idee: ein Partyzelt für sein Geflügel.

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Von
  • Rika Dechant

Dominik Harrer aus Hilpoltstein im Landkreis Roth hält mehrere hundert Hühner. Seine Legehennen werden normalerweise in Freilandhaltung gehalten, denn dem Landwirt ist es wichtig, dass seine Tiere Auslauf haben. Doch seit ein paar Wochen herrscht im Landkreis Roth Stallpflicht.

Kein Freilauf von Hühnern in Vogelgrippe-Beobachtungszone

Nachdem im Nachbarort Vogelgrippe festgestellt worden war, liegt seine Fläche in einer sogenannten "Beobachtungszone". Bricht die Vogelgrippe in einem landwirtschaftlichen Betrieb aus, wird eine Sperrzone (Restriktionsgebiet) mit einem Radius von mindestens drei Kilometern errichtet und eine Beobachtungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern. Konkret bedeutet das, dass die Tiere von Landwirt Harrer nicht mehr nach draußen dürfen. Harrer suchte nach einer Lösung - und da fielen dem jungen Landwirt die Partyzelte ein, die so gerne für Hochzeiten oder andere Feiern aufgestellt werden.

Überdachter Auslauf im Partyzelt

Wie Harrer erklärt, darf man die Partyzelte für die Hühner nutzen, weil sie überdacht sind und somit überdachten Auslauf bieten. Durch den Auslauf seien seine Hühner ausgeglichener und nicht so beengt. Im Zelt selbst zirkuliert genügend Luft, die Hennen haben Platz und laufen auf natürlichem Boden. Daher gelten die Zelte offiziell als Freilandhaltung. Dominik Harrer bietet seinen Hühnern damit einen Kompromiss aus Freiheit und Sicherheit.

Stallpflicht zum Schutz des Geflügels

Laut Landesbund für Vogelschutz ist eine Ansteckung des Menschen über infizierte Wildvögel selbst oder deren Ausscheidungen bisher nicht bekannt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt dies. Die Stallpflicht dient also dem Schutz des Geflügels in Zeiten von Vogelgrippe. "Zum einen, damit Kot von Wildvögeln nicht ins Gehege kommen kann", so Landwirt Harrer, "und zum anderen, dass die Wildvögel selber nicht ans Futter von den Hühnern kommen können". Harrer ist sich sicher, dass er sofort erkennen würde, wären seine Hühner infiziert. Denn dann würden sie nicht nur kaum mehr Eier legen, sondern auch schnell verenden.

Gekocht und gebraten – unbedenklicher Verzehr

Verbraucher müssen sich aber keine Sorge machen, auch wenn sie Eier aus unbekannter Herkunft verarbeiten. "Für den Verzehr ist das absolut unbedenklich, sobald man Fleisch oder Ei erhitzt hat, ist das absolut ungefährlich", erklärt der Landwirt. Und gerade Geflügelfleisch sollte ja immer, und zwar unabhängig von der Vogelgrippe, gut durchgebraten werden.

Weniger Vogelgrippe-Gefahr bei höheren Temperaturen

Generell zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass die Verbreitung der Geflügelkrankheit im Frühling mit den wärmeren Temperaturen zurückgeht. Und auch wenn Dominik Harrer einen guten Schutz für seine Tiere gefunden hat, hofft er darauf, die Partyzelte bald abbauen zu können – damit seine Tiere wieder den gewohnten Auslauf auf der grünen Wiese bekommen.

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