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Vöhringer Ehepaar betreibt ehrenamtlich Heimatmuseum

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Vöhringer Ehepaar betreibt ehrenamtlich Heimatmuseum

Heimat- oder Stadtmuseen betreiben meist die Kommunen selber. In Vöhringen ist es jedoch einem älteren Ehepaar zu verdanken, dass es überhaupt ein Museum gibt, dass sich mit der Stadtgeschichte beschäftigt.

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Die Räume im ersten Stock des gelben Hauses mitten in Vöhringen im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm waren zuletzt als Disco genutzt worden, erzählt Walter Nothelfer. Die Heizkörper waren abgerissen, Ziegelsteine lagen herum, der Boden war verschmutzt. Zum Glück haben er und seine Frau Edda dann doch angefangen, mit einigen Helfern dort das Stadtmuseum Vöhringen zu schaffen.

Alltagsgegenstände aus vergangenen Tagen

An einem großen Tisch in ihrem kleinen Büro stapeln sich Fotos, Mappen, Gemälde, Unterlagen und Zeitschriften aus den vielen Jahrzehnten. Alles Gegenstände, die die Vöhringer dem Museum bringen wollen. "Wir haben schon viele Sachen ablehnen müssen, weil wir nicht genug Platz gehabt haben", so Nothelfer.

Die Ausstellung selbst gleicht fast einer wahren Wunderkammer: In vielen Regalen aus Holz finden sich vor allem Alltagsgegenstände aus Vöhringen, fein säuberlich geordnet und beschriftet. Jahrzehnte alte Schulbücher, Setzkästen, eine große, schwere Registrierkasse aus frühen D-Mark-Zeiten, Rationspakete von US-Soldaten, Hufeisen von Ochsen und vieles mehr.

Eine Art Kino im Museum

Vitrinen gibt es kaum, fast alles kann man anfassen. Jüngere Besucher werden nicht mehr alle Dinge kennen. So wie ein großes graues Gerät am Fenster. Darauf sind auf Eisenstangen seltsame Clips gesteckt. Es ist ein historischer Dauerwellenautomat, wohl aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Museumsbetrieb arbeiten nicht nur Edda und Walter Nothelfer. Auch andere Vöhringer helfen, wie Herbert Walk. Er hat dafür gesorgt, dass es im Museum auch eine Art Kino gibt – mit der Einrichtung aus den alten Lichtspielhäusern: "Wir haben eine original Bestuhlung da mit den Klappstühlen, die auch mit rosa Plüsch überzogen sind."

Ein Fluchtkoffer fürs Museum

Das Ehepaar Nothelfer kann zu jedem Gegenstand im Museum eine Geschichte erzählen, wie etwa zu dem sogenannten Fluchtkoffer. Eine Dame, die nach dem Krieg als Heimatvertriebene in die Stadt kam, hat ihn dem Museum gebracht. Darin: Keine Wertsachen, sondern ein Löffel, eine Tasse, eine Kruzifix, ein paar Tücher.

Die Stadt stellt dem Museum die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung, gearbeitet wird dort ehrenamtlich. Die Familie Nothelfer wollte kein Geld verdienen, sondern einfach dafür sorgen, dass Vöhringens Geschichte einen Platz bekommt.

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