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Bayern

Bischof Voderholzer zeigt sich entsetzt | BR24

© picture-alliance/dpa/Erwin Elsner

Bischof Rudolf Voderholzer

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    Bischof Voderholzer zeigt sich entsetzt

    "All das macht mich zutiefst zerknirscht und erfüllt mich mit Scham," schreibt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer in einem Hirtenwort zu den Übergriffen bei den Domspatzen. Den Opfern verspricht er Hilfe.

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    Voderholzers Hirtenwort wurde am Wochenende in den Gemeinden des Bistums verlesen. Der Bischof schreibt darin, dass er bei dem, was die Betroffenen schildern, "Entsetzen und Betroffenheit" spüre. Er könne deshalb nur in Demut um Entschuldigung bitten.

    "Es wiegt umso schwerer, als diese Kinder in gutem Glauben Priestern und kirchlichen Angestellten anvertraut wurden, die im Auftrag Christi, des Guten Hirten, den Zehn Geboten und dem Gebot der Nächstenliebe verpflichtet waren." Bischof Rudolf Voderholzer in seinem Hirtenwort

    Bericht geht von etwa 700 Opfern aus

    Im Abschlussbericht des Regensburger Rechtsanwalts Ulrich Weber zum Missbrauchsskandal heißt es, dass seit 1945 mindestens 547 Regensburger Domspatzen "mit hoher Plausibilität" Opfer von gewalttätigen Übergriffen wurden. Mindestens 67 Domspatzen seien sexuell missbraucht worden. Einschließlich der Dunkelziffer könnte die Gesamtzahl der Opfer demnach bei etwa 700 liegen. Als Täter wurden 49 Personen identifiziert.

    Appell an bislang unbekannte Opfer

    Bischof Voderholzer dankte Weber für die Aufklärungsarbeit, "so schwer die Erkenntnisse für uns auch erst einmal zu verdauen sind". Den wichtigsten Beitrag hätten die Betroffenen geleistet. Ihnen gelte sein aufrichtiger Dank, dass sie sich an die Beauftragten des Bistums und vor allem an Weber gewandt hätten, so der Bischof. Er erneuerte auch seine Bitte, mitzuhelfen, dass alle, die in anderen kirchlichen Einrichtungen Opfer von Misshandlungen oder sexueller Gewalt geworden seien und sich bisher nicht gemeldet hätten, den Mut aufbringen mögen, "sich uns anzuvertrauen."