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Schülerinnen und Schüler am Computer in der Schule

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    "Visavid": Neues Videotool an Bayerns Schulen

    Ab dem Herbst steht den Schulen in Bayern eine neue Videokonferenzsoftware zur Verfügung: "Visavid". Das Programm aus der Oberpfalz soll den digitalen Unterricht noch einfacher machen und auch Datenschutzprobleme lösen.

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    Von
    • Adrian Dittrich

    An Bayerns Schulen wird momentan "Microsoft Teams" für Videokonferenzen verwendet. Doch das soll bald Geschichte sein, denn es gibt einen bayerischen Nachfolger.

    "Visavid" löst "Microsoft Teams" ab

    "Visavid" heißt die Software. Entwickelt wurde sie von dem Unternehmen "Auctores" mit Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz, das bei einer Ausschreibung des Kultusministerium den Zuschlag erhalten hatte. "Visavid" soll "Microsoft Teams" im digitalen Schulunterricht beerben. Laut Ministerium, ein "wichtiger Schritt in Richtung digitaler Souveränität".

    Die bayerischen Schulen können sich bereits ab Ende April mit der neuen Videokonferenzplattform vertraut machen. Parallel läuft der Vertrag mit MS Teams bis zum Herbst weiter.

    "Da wir wissen, dass aktuell manche Schulen in Bayern das MS Teams-Angebot des Kultusministeriums nutzen, haben wir den Vertrag nun bis Ende des aktuellen Schuljahres verlängert. Mit unseren beiden Videokonferenztools machen wir den Schulen ein sehr niederschwelliges und attraktives Angebot." Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister

    Auf Schulen zugeschnittenes Videokonferenztool

    Während "Microsoft Teams" als Plattform auch von Wirtschaftsunternehmen genutzt wird, soll "Visavid" mit etwas weniger Funktionen speziell auf die Bedürfnisse des digitalen Schulunterrichts zugeschnitten sein. Vor allem für jüngere Kinder im Grundschulalter sei das neue Unterrichtstool benutzerfreundlicher. So gibt es beispielsweise eine "Push-to-Talk-Funktion", bei der das Mikrofon aller Teilnehmer grundsätzlich ausgeschaltet ist, jedoch bei Bedarf per Tastendruck kurzzeitig aktiviert werden kann. Gute Voraussetzungen also für eine geregelte Unterrichts-Kommunikation.

    Eine Installation auf dem Computer ist nicht nötig. Die Schülerinnen und Schüler können sich mit beliebigen Geräten über den Internet-Browser einloggen. Und sollte einmal die Internetverbindung nicht funktionieren, besteht die Möglichkeit, per Telefonanruf an der Videokonferenz teilzunehmen.

    Bedenken von Seiten des BLLV

    Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht das neue Unterrichts-Tool allerdings noch kritisch. So fehle die Möglichkeit, dort Aufgaben anzulegen und damit den Schulkindern ein digitales Klassenzimmer für nachhaltiges und kommunikatives Lernen anzubieten. Deshalb sei die Kompatibilität mit der Lernplattform "Mebis" umso wichtiger.

    Datenschutz soll Priorität haben

    Das Kultusministerium verspricht, dass mit "Visavid" Datenschutz-Bedenken der Vergangenheit angehören. Im Gegensatz zu "Microsoft Teams" sollen die Daten der Schulkinder nämlich in Rechenzentren der EU und nicht unkontrolliert in den USA verarbeitet werden. Und trotzdem gibt es auch hier immer noch Ungewissheiten, sagt die IT-Expertin Eva-Maria Weiß von heise online.

    "Das Versprechen ist, dass der Datenschutz besser ist, also, dass die Daten nicht für Werbung benutzt werden oder in andere Länder transportiert werden. Aber ob das dann tatsächlich so sein wird, das muss sich erst noch zeigen, weil die Datenschutzerklärung dazu einfach noch fehlt." Eva-Maria Weiß, IT-Expertin

    Erst eine transparente Datenschutzerklärung und ein über mehrere Wochen stattfindender Testlauf in den Schulen wird zeigen, ob der Wechsel zu "Visavid" am Ende wirklich die versprochenen Vorteile bringen kann.

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