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Die Wunsiedler Studie zur Erforschung der Verbreitung von Corona-Mutationen hat erste Ergebnisse geliefert.

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Virus-Mutation: Wunsiedler Pilotprojekt liefert erste Ergebnisse

In einer Studie aus Wunsiedel ist die Verbreitung von Corona-Mutationen untersucht worden. Erste Ergebnisse zeigen, dass über die Hälfte aller positiven Fälle im Landkreis einen Verdacht auf Mutation aufweisen. Eine wichtige Rolle spielt Tschechien.

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Von
  • Ulla Küffner

In den vergangenen zwei Wochen ist im Landkreis Wunsiedel eine Studie durchgeführt worden, bei der die Verbreitung der Virus-Mutation B.1.1.7., die sogenannte britische Mutation untersucht worden ist. Wie das Landratsamt Wunsiedel in einem Schreiben mitteilt, habe das Labor Eurofins im Zuge dessen seit dem 27. Januar alle positiven PCR-Tests des Testzentrums in Schirnding auf das Vorliegen der britischen Mutation untersucht und dabei etliche Fälle festgestellt.

65,5 Prozent der positiven Fälle weisen Verdacht auf Mutation auf

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat nach der Sitzung des Kabinetts am Donnerstag erklärt, dass diese britische Variante in ostbayerischen Regionen bereits in mehreren Fällen nachgewiesen worden sei. Die Wunsiedler Studie bestätigt dies.

Bislang wurden im Zuge des Projekts circa 10.300 PCR-Tests untersucht. 530 davon lieferten ein positives Testergebnis. Bei rund 330 dieser positiven Tests habe sich ein Verdacht auf die Mutation B.1.1.7 ergeben. Dies entspricht einem Anteil von 65.5. Prozent. Bei mehr als zwei Dritteln davon habe es sich um die Tests tschechischer Staatsbürger gehandelt, heißt es in dem Schreiben weiter. Zwei dieser Fälle seien zwischenzeitlich durch das LGL im Rahmen einer Genomsequenzierung offiziell bestätigt worden.

Auftreten der Corona-Mutanten wird weiter überprüft

Diese Untersuchungen seien zunächst im Rahmen eines dreitägigen Pilotprojekts erfolgt. Wunsiedels Landrat Peter Berek (CSU) teilte dazu mit: "Wir hatten von Beginn an Vertrauen in die Erkenntnisse des Labors, welches die gängige Auswertung des PCR-Tests um zwei Faktoren erweitert hat, welche hochgradig verlässliche Rückschlüsse auf das Vorhandensein einer Mutation zulassen."

Auf Basis dieser Erkenntnisse hätten sich Eurofins und der Landkreis Wunsiedel dafür entschieden, das Auftreten von Virus-Mutationen auch weiterhin zu überprüfen, um so weitere Aufschlüsse über die Verbreitung und die damit verbundenen Entwicklungen im Landkreis zu erhalten, heißt es weiter.

Entsprechende Maßnahmen ergreifen

Landrat Peter Berek sagte, er sei trotz der unerfreulichen Ergebnisse richtig gewesen, die Gelegenheit zu der Studie ergriffen zu haben, "denn letztlich können wir nur dann die richtigen Schlüsse ziehen und Maßnahmen ergreifen, wenn wir ein realistisches Bild auf die Lage haben. Natürlich werden von diesen Erkenntnissen auch andere Regionen profitieren."

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