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Virtueller Seniorennachmittag bei Würzburger Kiliani-Volksfest | BR24

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Virtueller Seniorennachmittag bei Würzburger Kiliani-Volksfest

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    Virtueller Seniorennachmittag bei Würzburger Kiliani-Volksfest

    Es war eine Premiere in Corona-Zeiten: Im Internet hat erstmals ein "virtueller Seniorennachmittag" stattgefunden - als Alternativprogramm zum traditionellen Seniorennachmittag auf dem Würzburger Kiliani-Volksfest.

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    Üblicherweise feiern, tanzen und singen immer am ersten Kiliani-Dienstag mehr als 2.000 Senioren aus Stadt und Landkreis Würzburg im Kiliani-Festzelt. Weil das Volksfest dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt, haben sich die Macher des Würzburger Internet-Cafés "Von Senioren für Senioren" eine Alternative ausgedacht: Eine Videokonferenz mit einem bunten Programm von Kabarett bis zur Stimmungsmusik zum Online-Schunkeln. Den Zuspruch des "echten Seniorennachmittags" hat die virtuelle Alternative zwar nicht ganz erreicht, aber immerhin: Rund 30 Senioren haben teilgenommen und sich - teils ausstaffiert mit Tirolerhüten und Bierkrügen - bestens unterhalten. Auch wenn das Fazit letztlich war: Nächstes Jahr soll wieder im Festzelt gefeiert werden.

    "Das kann kein Ersatz für die Veranstaltung im Festzelt sein. Aber es ist ein Angebot und ein Zeichen, um den Leuten zu zeigen: Wir sind noch da! Wir denken an Corona und nehmen das sehr ernst, aber wir machen eben virtuell weiter." Herbert Schmidt, Initiator des virtuellen Seniorennachmittags

    Videokonferenz mit Musik und Unterhaltung

    Für den Seniorennachmittag im Netz haben die Musiker der Gruppe "Die Rossinis", die auch für die ursprünglich geplante Feier im Festzelt gebucht waren, ein eigens aufgezeichnetes Musikprogramm beigesteuert. Außerdem hat die Musikkapelle Winterhausen das Frankenlied in einer "Quarantäne-Version" eingespielt. Wortbeiträge haben Kabarettisten wie der aus "Fastnacht in Franken" bekannte Oti Schmelzer aus Oberschwappach (Lkr. Haßberge) beigesteuert, außerdem Kommunalpolitiker wie der Würzburger Landrat Thomas Eberth (CSU).

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    Der Würzburger Landrat Thomas Eberth bei seiner virtuellen Grußbotschaft

    Signal gegen die Vereinsamung von Senioren

    Der Kiliani-Seniorennachmittag im Internet ist eine Spezialausgabe des virtuellen Würzburger Seniorenstammtischs, der seit dem 17. März 2020 regelmäßig im Internet zusammenkommt. Die Initiatoren wollten mit dem Beginn der Corona-Pandemie eine Plattform zum Austausch schaffen, um der Vereinsamung von Senioren entgegenzuwirken. Seit Mitte März haben die Macher wie Herbert Schmidt, selbst 83 Jahre alt, zahlreiche virtuelle Treffen durchgeführt, unter anderem mit Online-Lesungen von Autoren oder besonderen Thementagen wie etwa zum Thema "Enkeltrick". Oft werde bei den virtuellen Treffen aber "auch einfach nur geschwätzt und herumgeblödelt wie eben an einem echten Stammtisch", so Herbert Schmidt.

    Fehlende Unterstützung beim Umgang mit dem Computer

    Seit März habe der Stammtisch im Netz etwa 800 Besuche verzeichnet. Meistens seien die Besucher aber noch Stammpublikum. Zum "harten Kern" gehörten rund 30 Senioren aus Würzburg, aber auch Interessierte von Flensburg bis Freiburg. Generell habe der Zuspruch an dem Angebot "noch Luft nach oben", so Schmidt. Der 83-Jährige, der seit 20 Jahren in Kursen Altersgenossen an Computerthemen heranführt, hofft, dass durch den Kiliani-Nachmittag mehr Senioren für das Angebot gewonnen werden. Generell sei die Hemmschwelle bei vielen Senioren derzeit noch zu groß, so Schmidt. Häufig scheitere eine Teilnahme auch an veralteter Technik oder fehlender Unterstützung beim Umgang mit dem Computer.

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