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Vierfachmörder aus Gunzenhausen zu lebenslanger Haft verurteilt | BR24

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Angeklagter und seine Verteidigerin

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    Vierfachmörder aus Gunzenhausen zu lebenslanger Haft verurteilt

    Im Prozess um den Vierfachmord von Gunzenhausen hat das Landgericht Ansbach den Angeklagten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Außerdem stellte das Gericht bei dem 31-Jährigen die besondere Schwere der Schuld fest.

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    Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Familienvater heimtückisch und aus niederen Beweggründen vier Menschen getötet hat. An den 31-Jährigen gerichtet, fand der Vorsitzende Richter deutliche Worte: "Sie kommen nun in die JVA Straubing. Dort sitzen die Schwerverbrecher Bayerns und zu denen gehören Sie." Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Die Tat vom Juni 2018 sei ein unfassbares Verbrechen, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Mord sei nur durch mehrfachen Mord zu übertreffen und Mehrfachmord nur durch den Mord an Kindern. All das habe der junge Mann getan.

    Gericht erkennt keine Verzweiflungstat

    Das Gericht gelangte in dem Prozess zu der Überzeugung, dass der Familienvater sich nach der Tat selbst töten wollte. Daher sei er vom Balkon im dritten Stock zehn Meter in die Tiefe gesprungen. Er habe nicht aus Verzweiflung getötet, vielmehr sei die Tat vorbereitet gewesen. Der 31-Jährige habe nach dem Scheidungswunsch seiner Frau nüchtern bilanziert, seine Situation erkannt und daraufhin sein weiteres Vorgehen geplant, so der Vorsitzende Richter.

    Schwager aus der Wohnung gelockt

    Schon am Tag vor der Tat habe der junge Familienvater zwei große Messer mit einer Klingenlänge von 16 und 20 Zentimetern gekauft. Den Bruder seiner Frau, der zum Schutz der jungen Mutter in der Wohnung war, lockte er dann am Morgen um kurz nach 5 Uhr in perfider Weise aus der Wohnung, um seine arglose Familie töten zu können, so die Begründung des Gerichts. "Es gehört sehr viel dazu, nicht nur die Ehefrau, sondern auch unschuldige Kinder zu töten", so der Vorsitzende Richter.

    Nebenkläger sind erleichtert

    Der Familienvater hat nun mit einer jahrzehntelangen Haftstrafe zu rechnen. Eine vorzeitige Entlassung ist durch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld nicht möglich. Die Nebenklage hatte in ihrem Plädoyer außerdem Sicherungsverwahrung gefordert. Diese könne auch noch nachträglich festgesetzt werden, sagte Nebenklageanwalt Torsten Schütz dem Bayerischen Rundfunk. Insofern sei das Urteil eine riesige Erleichterung für alle Beteiligten.

    Der 31-Jährige nahm das Urteil mit gesenktem Kopf und ohne sichtbare Reaktion auf. Die Geschwister der getöteten jungen Frau sind während der Urteilsverkündung in Tränen ausgebrochen.