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Viele Winterurlauber - wenig Hotelpersonal im Bayerwald | BR24

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Volle Betten, volle Restaurants. Über die Feiertage fahren viele Wintersportler in den Bayerischen Wald. Doch wer soll sich um die Touristen kümmern? Es gibt zu wenig Service-Personal. Manche Hotels mussten längst notgedrungen Konsequenzen ziehen.

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Viele Winterurlauber - wenig Hotelpersonal im Bayerwald

Volle Betten, volle Restaurants. Über die Feiertage fahren viele Wintersportler in den Bayerischen Wald. Doch wer soll sich um die Touristen kümmern? Es gibt zu wenig Service-Personal. Manche Hotels mussten längst notgedrungen Konsequenzen ziehen.

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Die Weihnachts- und Wintersaison läuft in diesen Tagen im Bayerischen Wald an. Viele wird es auch zum Jahreswechsel wieder hierherziehen. Freie Quartiere in letzter Minute sind jedoch absolute Mangelware. Es läuft touristisch bestens in der Region. Doch ein Problem gibt es: Wer soll sich um die Touristen kümmern? Denn in immer mehr Wirtshäusern und Hotels wird das Personal knapp. Manche fahren schon seit Jahren personalmäßig auf Kante und finden einfach keine Leute mehr - zum Beispiel ein Hotel im niederbayerischen Asbach.

Koch dringend gesucht!

Der Berggasthof Fritz liegt idyllisch. Das Essensgeschäft lief gut - bis Mai 2018. Da ging die Küchenhilfe in Rente, der Koch in eine andere Branche und zwei Kellner in größere Hotels.

"Wir haben Personal gesucht, aber es war extremst schwierig. Jetzt haben wir wieder jemanden für den Service gefunden", erklärt Hotelchefin Elisabeth Fritz. Aber ein Koch fehlt immer noch. Deshalb kann Elisabeth Fritz nur noch Kaffee, Kuchen und Brotzeiten anbieten. Warme Küche nur abends nach Anmeldung und für Hausgäste. In der Küche stehen ihre Eltern - beide schon um die 70 Jahre alt.

"Das wird vielleicht, wenn wir Glück haben, noch drei, vier, fünf Jahre klappen. Deswegen müssen wir schauen, dass wir uns jetzt in Richtung Übernachtung mit nur einem kleinen Frühstück und kleine Snacks orientieren. Man hat wirklich Angst vor der Zukunft." Elisabeth Fritz, Hotelchefin

Potenziale im Tourismus können nicht ausgeschöpft werden

Der Tourismus im Bayerischen Wald brummt. Aber wegen Personalmangels läuft immer mehr auf Sparflamme, sagt Monika Schweitzer, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Regen: "Viele Betriebe machen statt einem Ruhetag, zwei oder drei Ruhetage oder haben kein Mittagsgeschäft mehr."

Wochenendarbeit unbeliebt

Samstag, Sonntag und abends arbeiten, wollen viele nicht mehr - erst recht nicht, wenn die Bezahlung niedriger ist als in Industriebetrieben. Aber höhere Löhne würde bedeuten, dass auch der Gast für's Essen deutlich mehr hinlegen müsste. Statt in Personal stecken die Gastronomen enormes Geld in die Hotelbauten, kritisiert Schweizer: "Die Wellness werden immer kostspieliger gebaut, weil jeder das schönste und modernste Hotel haben will. Aber wenn ich größer werde, brauche ich auch mehr Personal. Und da wird dann zum Teil gespart."

Hotelfach bietet schnelle Aufstiegschancen

Einige ködern jedoch Hotelfach- und Kochlehrlinge mit Dienstautos oder Zuschüssen zum Führerschein. Die Abschaffung der unbeliebten Teildienste, also morgens und abends arbeiten und dazwischen frei, wäre hilfreicher, sagt Xaver Dietrich, der Leiter der Hotelberufsschule Viechtach. Außerdem ergänzt er: "Ohne ausländische Schüler wird es nicht mehr gehen. Bei den Azubis sind 40 Prozent aus dem Ausland - aus insgesamt 32 verschiedenen Nationen."

Die Hotelberufsschule ist von einst 800 auf heute rund 250 Schüler geschrumpft und viele wechseln nach der Lehre in andere Branchen. Dabei wäre Hotelfach attraktiv, biete schnelle Aufstiegschancen, betont der Berufsschulleiter.

© BR / Renate Rossberger

Elisabeth Fritz, die im idyllischen Asbach im Bayerischen Wald das "Hotel der Bäume" betreibt