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Streit um Förderschüler: SPD will mehr Schulpsychologen | BR24

© BR/Florian Falzeder

Die SPD warnt, dass es deutlich mehr Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gebe. Das Kultusministerium dementiert.

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Streit um Förderschüler: SPD will mehr Schulpsychologen

Laut der SPD im Landtag gebe es in Bayern immer mehr Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Das Kultusministerium dementiert. Es gebe zwar mehr Schüler mit Beeinträchtigungen, aber der Anstieg sei geringer als von den Sozialdemokraten genannt.

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Gut 20 Prozent mehr Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen es seit dem Schuljahr 2016/17 sein, so steht es in einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion.

Nachdem es im Schuljahr 2016/17 in Bayern noch rund 62.769 Schüler mit Beeinträchtigungen beim Hören, Sehen, in der Motorik, beim Lernen, der geistigen Entwicklung, der Sprache und im Verhalten gegeben hätte, wären es laut den Sozialdemokraten im Schuljahr 2018/19 bereits rund 75.536 gewesen.

Kultusministerium korrigiert Rechnung der SPD

Allerdings stimmen diese Zahlen in der Form so nicht, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

"Wir haben entsprechend nachgerechnet und die Schülerzahl von dem Jahr 2016 ist eine andere, als sie die SPD angibt, und die von 2018 auch. Insofern vertraue ich sehr unseren Zahlen, und die sagen eine Steigerung in den zwei Jahren von fünf Prozent." Michael Piazolo, Kultusminister

Das Problem: Die SPD hatte offenbar nur die Zahlen für die zwei Schularten der Förderzentren und der Regelschulen mit Schulprofil Inklusion betrachtet. Und gerade bei den letzteren, den speziellen Profilschulen, war der Anstieg in den besagten Jahren enorm. Nur, auf alle Schüler in Bayern hochgerechnet, eben nicht so stark.

SPD: "Weckruf an Staatsregierung"

Als Reaktion auf die laut der SPD steigende Zahl von Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf hatten die Sozialdemokraten im Landtag eine Verdoppelung der Schulpsychologen oder Sozialpädagogen gefordert.

"Die Zahlen müssen ein Weckruf an die Staatsregierung sein", sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Margit Wild. Der enorme Zuwachs an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der große Lehrkräftemangel führten besonders an den Grund-, Mittel- und Förderschulen zu ganz schwierigen Situationen.

"Es leiden zuerst die Schwächsten, nämlich die mit besonderen Förderbedarfen. Gleichzeitig bringt es Lehrkräfte an ihre Grenzen, weil sie sich nicht nur um diese Kinder kümmern können, sondern auch alle anderen gut fördern müssen." Margit Wild, SPD

Mehr Schul- und Sonderpädagogen

Um die Lage zu verbessern, müsse es neben einer Verdoppelung bei den Schulpsychologen und Sozialpädagogen auch eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Ursachen für die vermeintlich steigenden Zahlen geben, sagte Wild. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) müsse die Inklusion zur Chefsache machen.

Bereits im März hatte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) mehr Unterstützung für die Inklusionsarbeit gefordert.

Das Kultusministerium betonte, Bayern investiere bereits jetzt und auch weiterhin "erheblich" in Personalressourcen, die den Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu Gute kommen. Allein zum neuen Schuljahr 2019/20 würden erneut zusätzliche 100 Lehrerstellen für die Inklusion zur Verfügung gestellt, hieß es. Darüber hinaus würden auch die Förderschulen mit 100 zusätzlichen Lehrerstellen gestärkt und es stünden 100 zusätzliche Stellen für Schulpsychologen und Schulsozialpädagogen bereit.