Expertenrunde diskutiert Fragen zur Sicherheitspolitik. Der ukrainische Ex-Botschafter Andrij Melnyk war live zugeschaltet.
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Expertenrunde diskutiert Fragen zur Sicherheitspolitik. Der ukrainische Ex-Botschafter Andrij Melnyk war live zugeschaltet.

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Viele Fragen bei MSC-Gesprächsrunde in Furth im Wald

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) tourt mit der Diskussionsveranstaltung "Zeitenwende" durch Deutschland und bespricht die aktuelle politische Sicherheitslage in Europa mit Bürgern. Auch die Menschen aus Furth im Wald hatten viele Fragen.

Über dieses Thema berichtete Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Was treibt die Menschen in der Oberpfalz um, welche Befürchtungen und Sorgen haben sie? Wie kann der Krieg in der Ukraine beendet werden? Welche neue Russlandpolitik brauchen wir? Was müssen künftig Deutschland und die Nato tun? Beim Forum "Zeitenwende on Tour" der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) konnten sich interessierte Bürger am Montagabend (24.10.) in Furth im Wald (Landkreis Cham) mit Experten austauschen.

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger diskutierten bei der Gesprächsreihe der "Münchner Sicherheitskonferenz" mit Politikern und Experten. Schwerpunkt des Bürgerdialogs war der Krieg gegen die Ukraine.

Ex-Botschafter Melnyk: Frieden nur auf Basis der Vorkriegssituation

Für den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Christoph Heusgen, steht fest, dass wir aktuell eine Zeitenwende erleben, die noch viele Folgen haben wird. Live zugeschaltet war auch Andrij Melnyk, der Ex-Botschafter der Ukraine in Deutschland. Im Interview zeigt er sich erleichtert darüber, dass die deutschen Politiker erkannt hätten, dass sie einen Fehler in der Russland-Politik gemacht hätten.

Seiner Meinung nach kann mit Russland aktuell nicht verhandelt werden. "Leider kann aktuell nur auf dem Schlachtfeld eine Lösung gefunden werden", so der Ukrainer in der Talkrunde. Für ihn könne es erst wieder Frieden geben, wenn der Status quo, wie vor dem Kriegsausbruch am 24. Februar 2022, hergestellt worden sei.

Osteuropa-Expertin: "Deutschland muss mehr zuhören"

"Deutschland muss in Zukunft mehr zuhören, denn Länder wie Polen und Ukraine warnten schon lange vor Russland und Putin", erklärte die Osteuropa-Historikerin, Franziska Davies. Spätestens nach der Annexion der Halbinsel Krim hätte ihrer Meinung nach Deutschland aufwachen müssen.

Weiterer Unsicherheitsfaktor: China

Auch der CSU-Politiker Thomas Erndl war zu Gast beim Bürgerdialog. Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses zeigte sich nicht nur besorgt über den anhaltenden Krieg in der Ukraine, sondern auch über Chinas Staatschef und Alleinherrscher Xi Jinping. Viele Wortmeldungen gab es auch aus dem Publikum. Dabei wurden Themen wie Energiepolitik, Bundeswehr und die Zukunft Europas angesprochen.

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