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Honigbienen: Viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt | BR24

© dpa-Bildfunk/Lisa Ducret

Bienen auf Waben eines Bienenstocks

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    Honigbienen: Viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt

    Laut einer Umfrage haben Imker jedes sechste Bienenvolk über den Winter verloren. Als wesentlicher Grund für das Sterben ganzer Bienenvölker gilt die Varroa-Milbe.

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    In den Imkerbetrieben in Bayern haben im vergangenen Winter 15,9 Prozent der Bienenvölker nicht überleben können. Deutschlandweit liegt der Anteil mit 14,9 Prozent knapp darunter, was einem Gegenwert von 20 bis 25 Millionen Euro entspricht. Dies hat eine Umfrage des "Fachzentrums Bienen und Imkerei" in Mayen mit dem Deutschen Imkerbund ergeben. An der Umfrage haben etwa 12.000 Imker teilgenommen, darunter knapp 3.000 aus Bayern.

    Durchschnittlicher Verlust von Bienenvölkern im Winter 2018/19

    Die Verluste waren in den Vorjahren teilweise noch höher. "Es war keine gute Überwinterung, aber auch keine schlechte", sagt der Leiter des Fachzentrums, Christoph Otten. Auch Andreas Baier vom Bayerischen Imkerverband in Zirndorf (Landkreis Fürth) gibt Entwarnung: "Das ist absoluter Durchschnitt." Das Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) spricht allerdings schon bei mehr als zehn Prozent von einem "erhöhten" Verlust. Erst in den vergangenen Jahren habe sich der Durchschnitt bei etwa 15 Prozent eingependelt.

    Konkrete Höhe des Verlustes von Bienenvölkern ungewiss

    Wie viele Völker genau sterben, bleibt laut Imkerverband unklar. An der Umfrage nahm weniger als jeder zehnte Imker im Freistaat teil. "Kein Imker gibt gerne zu, wenn etwas schiefgeht", sagt Baier. Nach den Wintern häuften sich auch Diebstähle. Es sei nicht bewiesen, aber alles deute darauf hin: Bei Bienen-Diebstählen in Bayern handele es sich oft um Imker, die ihre toten Völker "ausgleichen" wollten. Da viele Hobbyimker sind, seien die Gründe wohl eher Scham über das Versagen als wirtschaftlicher Natur, vermuten Experten.

    Varroa-Milbe gilt als Hauptverursacher des Bienensterbens

    Als Hauptgrund für das Sterben von Bienenvölkern gilt die Varroa-Milbe. Ein weiterer Grund, der deutlich weniger stark ins Gewicht fällt, sind Verdauungsprobleme der Insekten, wenn diese spät im Jahr noch Waldhonig einsammeln.

    Gegen die Varroa-Milbe gibt es wirksame Maßnahmen, etwa organische Säuren: "Vor allem die richtigen Tierarzneimittel zur richtigen Zeit", sagt Andreas Baier. Dass der Bienenschwund hoch bleibt, liege zum einen an Unwissen und zum anderen daran, dass manche Imker "aus reinen Kostengründen" nicht zugelassene Mittel aus dem Ausland testeten.

    Gefährlich ist laut LWG für Bienen vor allem, dass die Milben Viren übertragen. Die Milbe sei in den späten 1970er Jahren aus Südostasien eingeschleppt worden. Für neue drohende Schädlinge - die Asiatische Hornisse und den Kleinen Beutekäfer - gibt es in Bayern Frühwarnsysteme.

    Höhere Verluste durch Volksbegehren Artenschutz befürchtet

    Gegen Varroa sollen künftig resistentere Bienen-Züchtungen helfen. Imker Baier ist dennoch pessimistisch: Seit dem Volksbegehren Artenschutz gebe es einen deutlichen Anstieg an Imkern. Und ungeübte Imker machten eher Fehler. "Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Wintern mehr Bienen sterben", so Baier. Die Befürchtung teilt Stefan Berg vom LWG-Institut für Bienenkunde: Nachwuchs-Imker würden sich vermehrt autodidaktisch informieren. Das gehe oft schief. "Bienenhaltung klingt einfach, ist es aber nicht", warnt Berg.