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Viele Bahnübergänge sollen weg - auch in Bayern | BR24

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In Bayern gibt es rund 3.000 Bahnübergänge, an denen die Züge aus Vorsicht extrem langsam fahren und wo es immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Ein neuer Gesetzesentwurf könnte helfen – allerdings nicht überall.

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Viele Bahnübergänge sollen weg - auch in Bayern

In Bayern gibt es rund 3.000 Bahnübergänge, an denen die Züge aus Vorsicht extrem langsam fahren und wo es immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Ein neuer Gesetzesentwurf des Bundes könnte helfen – allerdings nicht überall.

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Ende Juni in Bayerbach im Landkreis Rottal-Inn. Ein Paketbote übersieht den herannahenden Zug am unbeschrankten Bahnübergang. Die Bahn erfasst seinen Transporter, der 49-Jährige stirbt.

"Auf dieser Strecke haben wir mehrere unbeschrankte Bahnübergänge. Es passieren immer wieder Unfälle und das ist eine riesen Belastung für alle hier“, sagt Josef Sailer, Bürgermeister der Gemeinde Bayerbach.

Gemeinden leiden unter hohen Kosten

Zwar könnte man viele der Bahnübergänge wie in Bayerbach mit Brücken oder Unterführungen beseitigen, doch das ist teuer. Zuletzt hat die Gemeinde 300.000 Euro für einen Umbau ausgegeben.

Ein neuer Gesetzesentwurf könnte nun helfen: Das Bundesverkehrsministerium will nämlich möglichst viele Bahnübergänge beseitigen - und den Kommunen finanziell unter die Arme greifen. Denn bislang teilen sich Bund, Bahn und Kommune die Kosten.

Winfried Karg vom Fahrgastverband Pro Bahn findet den Vorstoß der Bundesverkehrsministeriums gut:

"Wenn die Gemeinden ihren Anteil nicht bezahlen wollen oder können, dann geht überhaupt nichts voran. Insofern ist es wahrscheinlich wirklich eine Chance, so ein paar Knackpunkte sich vorzunehmen und zu lösen." Winfried Karg, Fahrgastverband Pro Bahn

Auch die Deutsche Bahn begrüßt den Gesetzesentwurf. Man habe zwar in den letzten Jahren bereits viele Bahnübergänge beseitigen können. Durch ein solches Gesetz allerdings könne man das Ganze noch beschleunigen.

Das Verkehrsministerium tut dies allerdings nicht nur wegen der Sicherheit, sondern auch, um Zugreisen zu verkürzen und damit auch attraktiver zu machen: Denn ist ein Bahnübergang unübersichtlich, müssen die Lokführer vorsichtshalber langsam fahren – so die Theorie.

Durach: Zug muss am unbeschrankten Bahnübergang immer tuten

In der Allgäuer Gemeinde Durach bei Kempten gibt es zwei Bahnübergänge, einer davon unbeschrankt. Hier muss der Zug auch aus Sicherheitsgründen Tuten. Für viele im Ort ist das eine Belastung. Gerhard Hock, Bürgermeister der Gemeinde, glaubt allerdings nicht, dass Durach von einem Gesetz – wenn es denn kommt – profitieren könnte. "Unser Bahnübergang ist innerorts und hier ist es so beengt, dass wir keine Möglichkeit haben, einen Tunnel oder eine Brücke zu bauen", sagt er. Hinzu komme, dass die Region sehr hügelig ist und die Bahnstrecke in Serpentinen verläuft. "Hier kann man ohnehin nicht schneller fahren."

Ob der Gesetzesentwurf etwas bewirken kann, hängt demzufolge auch stark von der Region und den technischen Voraussetzungen vor Ort ab. Dort aber, wo es technisch möglich wäre, einen Bahnübergang zu beseitigen, könnte ein solches Gesetz das Zugfahren attraktiver machen. Am Mittwoch stimmt das Kabinett darüber ab.