BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Martin Gruber und Katharina Häringer
Bildrechte: BR/Martin Gruber

An der Uni Passau gibt es jetzt ein Fernseh-Studio. Hier sollen die Lehrkräfte der Zukunft ausgebildet werden.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Videostudio an Uni Passau: Ausbildung für Lehrer der Zukunft

Spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt: Einigen Lehrerinnen und Lehrern fehlt das Know-How für digitalen Unterricht. An der Uni Passau gibt es deswegen jetzt ein Fernseh-Studio. Hier sollen die Lehrkräfte der Zukunft ausgebildet werden.

Per Mail sharen
Von
  • Katharina Häringer
  • Martin Gruber
  • BR24 Redaktion

Während Johannes Jachmann die Scheinwerfer anmacht, die Kamera aufbaut und die Technik hochfährt, stellt sich Synthia Müller schon mal mittig vor den grünen Vorhang und verkabelt sich. Die beiden Studierenden produzieren nicht nur ein Video, sie machen damit auch Unterricht - in der Passauer Uni. Seit diesem Semester gibt es das Produktionsstudio und damit für Studierende aller Lehramtsfächer die Möglichkeit, Videos und Podcasts zu produzieren. Filmen, Präsentieren, Schneiden - hier sollen die Studierenden für den Lehrerberuf der Zukunft fit gemacht werden.

Idee in der Corona-Pandemie geboren

Das Studio für Lehramtsstudierende dürfte in Bayern einmalig sein, sagt Christian Müller. Er arbeitet am Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft und hatte die Idee dazu - natürlich in der Pandemie. "Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig es ist, digitale Formate produzieren zu können. Was liegt da näher, als an der Uni einen Ort zu schaffen, an dem Studierende genau das lernen können", sagt er.

Schulen noch nicht so digital wie die Uni

Synthia Müller und Johannes Jachmann erzählen, dass sie bewusst an der Uni Passau Lehramt studieren - weil sie von den praktischen Möglichkeiten hier gehört hatten. "Ich bin in einer traditionellen Schule groß geworden mit Tageslichtprojektoren. Und ich will das mal cooler gestalten, ein bisschen moderner, intuitiver und so, dass es zu den SchülerInnen passt", sagt der angehende Realschullehrer Johannes Jachmann.

Synthia Müller wird Grundschullehrerin. Ihre Praktika haben ihr aber auch gezeigt, dass nicht alle Schulen auf dem technischen Stand sind, den jetzt die Uni anbietet. "Ich selbst bin für den idealen digitalen Unterricht ausgebildet, viele Klassenzimmer sind aber noch nicht so weit. Ich hoffe, dass ich mein Know-How nicht vergesse", sagt sie.

© BR/Martin Gruber
Bildrechte: BR/Martin Gruber

Spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt: Einigen Lehrerinnen und Lehrern fehlt das Know-How für digitalen Unterricht. An der Uni Passau gibt es deswegen jetzt ein Fernseh-Studio. Hier sollen die Lehrkräfte der Zukunft ausgebildet werden.

Lehrer brauchen Medienkompetenz

Selbst wenn eine Schule nicht die modernste Ausstattung hat - es komme darauf an, dass künftige Lehrkräfte Medienkompetenz mitbringen, findet Christian Müller. "Da gehört das Arbeiten mit digitalen Medien dazu, aber auch eine medienkritische Haltung und umfassende Medienbildung. Das ist elementar für eine Lehrkraft im 21. Jahrhundert."

💡 Hintergrund:

Viele Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland finden selbst, dass sie für digitale Lernformate Nachhilfe bräuchten. Das hat eine repräsentative Umfrage für das "Deutsche Schulbarometer" ergeben, die Forsa im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT durchgeführt hatte. Kurz nach den Schulschließungen im vergangenen Frühjahr und dann nochmal im Dezember 2020 wurden mehr als 1.000 Lehrkräfte befragt. Im April gaben knapp 70 Prozent an, dass sie Verbesserungsbedarf bei den Kompetenzen ihrer eigenen Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit digitalen Lernformaten sehen. Im Dezember fanden das noch knapp 60 Prozent.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!