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VGH: Genehmigungen für Biberabschüsse waren rechtswidrig | BR24

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Die Landratsämter Cham und Schwandorf durften laut VGH-Urteil den ausnahmsweisen Abschuss von Bibern zum Hochwasserschutz am Eixendorfer Stausee bei Neunburg vorm Wald (Lkr. Schwandorf) nicht genehmigen.

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VGH: Genehmigungen für Biberabschüsse waren rechtswidrig

Zwei Landratsämter in der Oberpfalz haben zu Unrecht den Biberabschuss am Eixendorfer Stausee genehmigt. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Der Bund Naturschutz hatte gegen die Abschussgenehmigungen geklagt.

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Die Landratsämter Cham und Schwandorf durften den ausnahmsweisen Abschuss von Bibern zum Hochwasserschutz am Eixendorfer Stausee bei Neunburg vorm Wald (Lkr. Schwandorf) nicht genehmigen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München (VGH) entschieden. Demnach waren entsprechende Ausnahmegenehmigungen der Landratsämter vom Dezember 2015 rechtswidrig.

Bund Naturschutz zieht vor VGH

Die Behörden befürchteten Hochwasserschäden, weil Biber durch ihre Bautätigkeit zum Beispiel Abflüsse verstopfen könnten. Deshalb erteilten sie die Abschussgenehmigung - im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Gegen diese Ausnahme vom Artenschutz hatte der Bund Naturschutz geklagt - zuerst erfolglos vor dem Verwaltungsgericht Regensburg. Dieses stufte die Abschussfreigabe nämlich als rechtmäßig ein. Deshalb zog der Bund Naturschutz vor den VGH und argumentierte unter anderem: Die Biber seien am Eixendorfer Stausee nicht unmittelbar an einem Wehr, Deich oder Damm aktiv, sondern nur im Uferbereich. Deshalb gebe es auch keine Hochwassergefahr. Der VGH gab dem Bund Naturschutz recht.

417 Biber allein in der Oberpfalz getötet

2014 waren in Bayern mehr als 1.400 Biber abgeschossen oder eingefangen worden, so das bayerische Umweltministerium. Davon seien allein 417 Biber in der Oberpfalz getötet worden. Biber stehen unter Naturschutz. Nur wenn schwere Schäden drohen, können Gemeinden einen Antrag stellen, Biber töten oder fangen zu dürfen.