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Veterinärämter im Allgäu überlastet - Landräte fordern Personal | BR24

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Im Tierschutz-Skandal um mehrere Bauern im Allgäu haben sich nun vier Landräte an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gewandt und mehr Personal für die Veterinärämter gefordert.

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Veterinärämter im Allgäu überlastet - Landräte fordern Personal

Nachdem in Bad Grönenbach im Zuge eines Tierskandals innerhalb kurzer Zeit drei Bauernhöfe durchsucht wurden, haben die Landräte im Allgäu mehr Personal für ihre Veterinärämter gefordert. In einem Schreiben attackieren sie Umweltminister Glauber.

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Drei Bauernhöfe sind in Bad Grönenbach im Unterallgäu innerhalb kurzer Zeit von der Polizei durchsucht worden. Bei den Höfen - zwei Milchviehbetriebe und einem Mastbetrieb - hatten die Veterinärämter jeweils Verstöße festgestellt.

In der Folge dieses Tierskandals fordern die vier Landräte im Allgäu nun "dringende und unverzügliche" Verstärkung für ihre Amtstierärzte. Hans-Joachim Weirather (Unterallgäu), Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu), Anton Klotz (Oberallgäu) und Elmar Stegmann (Landkreis Lindau) wandten sich in einem sechs Seiten langen gemeinsamen Schreiben an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wählern.

Landräte im Allgäu fordern mehr Amtstierärzte und weniger Bürokratie

Die Landräte im Allgäu beklagen, ihre vier Veterinärämter würden seit Jahren kläglich im Stich gelassen. Die Mitarbeiter wären an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt, heißt es in ihrem Brief. Die jahrelange Forderung nach weiteren Amtstierärzten sei ungehört verhallt. Der Freistaat Bayern hätte zudem die bürokratischen Vorgaben immer weiter erhöht. Diese müssten dringend auf ein erträgliches Maß reduziert werden, so die Forderung der Allgäuer Landräte.

Eigene Amtstierärzte statt Zuständigkeiten für zentrale Behörde

Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Glauber hatte Ende Juli angekündigt, drei Millionen Euro für 25 zusätzliche Veterinäre zur Verfügung zu stellen. Diese sollen künftig die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) unterstützen.

Doch die Landräte im Allgäu bemängeln, von wirklicher Entlastung für die Veterinärämter durch die KBLV könne keine Rede sein. Eine Zentralisierung der Zuständigkeiten lehnen sie ab und fordern auch in diesem Zusammenhang eine ausreichende personelle Ausstattung in den Veterinärämtern.

Landräte im Allgäu stellen sich vor die Landwirte der Region

Nach den aktuellen Fällen fordern die Landräte im Allgäu, die Landwirte in der Region nicht unter Generalverdacht zu stellen. "Sie haben es verdient, dass ihnen für ihre gewissenhafte und verantwortungsbewusste Arbeit ein Grundvertrauen entgegengebracht wird", schreiben Weirather, Zinnecker, Klotz und Stegmann. Sie sehen die "vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Generationen mit viel Herzblut, Sachverstand und Tierliebe geführt werden" als "Leidtragende der aktuellen Diskussionen".

Ermittlungen wegen Tierquälerei und Verstößen gegen den Tierschutz

Auslöser für diese Diskussionen sind Fälle von Tierquälerei und Verstößen gegen den Tierschutz in mehreren Bauernhöfen in Bad Grönenbach im Unterallgäu. Filmaufnahmen von Tierschützern hatten zunächst einen der größten Milchviehbetriebe Bayerns in der Gemeinde im Unterallgäu schwer belastet. Insgesamt drei landwirtschaftliche Betriebe wurden danach von Amtstierärzten kontrolliert und von der Polizei durchsucht. Auch ein Stall im Oberallgäu, der von einem der Bauern aus Bad Grönenbach genutzt wird, wurde von Veterinären kontrolliert und anschließend von der Soko Fundus durchsucht. In allen drei Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft.