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Verzweiflungstat: Augsburgerin tötet sich und behinderten Sohn | BR24

© dpa-Bildfunk/Rene Ruprecht

Symbolbild: Polizeieinsatz

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    Verzweiflungstat: Augsburgerin tötet sich und behinderten Sohn

    Der Pflegedienst machte die traurige Entdeckung: In Augsburg hat eine Frau erst ihren schwerstbehinderten Sohn und dann sich selbst getötet. Die Polizei spricht von einer Verzweiflungstat.

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    Ambulante Pflegekräfte haben eine Mutter und ihren zwölfjährigen, schwerstbehinderten Sohn tot in ihrer Augsburger Wohnung gefunden. Wie die Polizei mitteilte, waren die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes am Montagmorgen vorbeigekommen, um die 57-Jährige bei der Betreuung ihres Kindes zu unterstützen.

    Mutter mit der Pflege überfordert

    Den Ermittlungen zufolge war es in der Nacht zuvor zu einer Verzweiflungstat der Mutter gekommen: Demnach tötete die Frau zunächst ihren Sohn und dann sich selbst. Laut Polizei war sie mit der Pflege ihres schwerstbehinderten Kindes überfordert. Die Tat eines Dritten könne ausgeschlossen werden. Die genauen Todesumstände muss jetzt die Kripo Augsburg klären.

    Pflege kann Angehörige aufzehren

    Experten weisen immer wieder auf die enorme Belastung hin, die Pflegende schultern müssen. Das Selbstwertgefühl, die sozialen Kontakte und die Psyche leiden häufig. Zudem sei das Risiko, selbst krank zu werden, bei den pflegenden Angehörigen viel höher. "Viele halten dann so lange an dieser Aufgabe fest, bis sie zusammenbrechen, bis ein Burnout angesagt ist oder bis sie in die Klinik kommen mit Depressionen oder sich schwere orthopädische Probleme eingestellt haben", sagt die Politologin Cornelia Heintze.

    Viele Suizide in Bayern

    Nach jüngsten Zahlen hatte Bayern im Jahr 2017 die höchste Suizidrate in Deutschland. Insgesamt nahmen sich demnach 1.597 Menschen im Freistaat das Leben. Warnsignale sind laut der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention:

    • Massiver Rückzug aus sozialen Beziehungen und der Umwelt
    • Androhung oder Ankündigung sich selbst zu töten
    • Gefühl der Wertlosigkeit
    • Starke Hoffnungslosigkeit die Zukunft betreffend
    • Aggressives Verhalten
    • Phase der "Ruhe" nach Anzeichen für einen Suizid

    Der Bayerische Rundfunk berichtet - vor allem wegen möglicher Nachahmer-Effekte - in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer die zuständige Redaktion sieht es durch die Umstände der Tat geboten. Sollten Sie selbst Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Beratung erhalten Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.