Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Verzicht auf Flutpolder: BN stellt sich hinter Staatsregierung | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Streitthema Hochwasserschutz: Polder – oder doch nicht?

Per Mail sharen
Teilen

    Verzicht auf Flutpolder: BN stellt sich hinter Staatsregierung

    Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt es, dass CSU und Freie Wähler auf drei geplante Flutpolder an der Donau verzichten wollen. Der BN setzt stattdessen auf einen dezentralen ökologischen Hochwasserschutz. Vor Ort wird der Verzicht kritisiert.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die neue bayerische Staatsregierung will auf den Bau der geplanten Flutpolder entlang der Donau im oberbayerischen Bertoldsheim (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) und bei Eltheim/Wörthhof im Landkreis Regensburg in der Oberpfalz verzichten. CSU und Freie Wähler setzen in ihrem Koalitionsvertrag auf dezentrale Regenrückhaltung und modernes Staustufenmanagement. Der Bund Naturschtz in Bayern (BN) steht dem Verzicht positiv gegenüber.

    BN: Bei Poldern überwiegen Nachteile

    Der BN betont in einer Pressemitteilung, er habe die Fixierung des Hochwasserschutzes auf zentrale große Polder entlang der Donau schon immer sehr kritisiert. Die Wirksamkeit von Poldern sei begrenzt und im Ernstfall mit massiven Verlusten von Arten in den wertvollen Auengebieten verbunden. Polder sind eingedeichte Rückhalteflächen, die bei Hochwasser geflutet werden können und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen.

    Anstatt sich nur auf Abflussspitzen bei Extremhochwasser an den großen Flüssen zu konzentrieren, habe der BN von Anfang an einen dezentralen ökologischen Wasserrückhalt im gesamten Einzugsgebiet und vor allem an den kleineren Zulaufgewässern gefordert, heißt es weiter.

    Forderung an Staatsregierung: Betroffene finanziell unterstützen

    Die Naturschützer sehen die Staatsregierung nun in der Pflicht, genügend Fördermittel zur Verfügung zu stellen und eine groß angelegte Werbung für dezentralen ökologischen Hochwasserschutz zu starten. Denn dieser erfordere mehr Fläche und damit die Beteiligung von sehr viel mehr Eigentümern, Bewirtschaftern und Kommunen als bisher.

    "Von der Verbesserung des Wasserhaushaltes durch intakte Moore, Feuchtgebiete, Gewässer und wasserspeichernde Böden profitieren die Menschen nicht nur bei Hochwasser, sondern auch in den durch den Klimawandel ebenfalls zunehmenden Trockenzeiten." Christine Margraf, stellvertretende BN-Landesvorsitzende, zu Synergieeffekten des ökologischen Hochwasserschutzes

    Nach Angaben des Landesvorsitzenden Richard Mergner hat die bayerische Donau im Laufe der Jahre etwa 70 Prozent ihrer früheren Überschwemmungsflächen verloren.

    Widerstand gegen Polderverzicht

    Fünf Kommunen entlang der Donau hatten den geplanten Verzicht auf Polder kritisiert und sich an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt. Der beabsichtigte Verzicht auf bisher geplante 50 Millionen Quadratmeter Rückhaltebecken sei nicht hinnehmbar, hatten die Landräte von Deggendorf, Passau und Straubing-Bogen sowie die Oberbürgermeister von Passau und Straubing in einem Schreiben an Söder betont. Auch die Niederbayern-SPD hat sich mittlerweile gegen die Flutpolder-Politik der neuen Regierung ausgesprochen.