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Verwirrung um verkürzte Corona-Quarantäne für Schulkinder | BR24

© BR/Tobias Hildebrandt

Eigentlich können Schüler ihre Quarantänezeit verkürzen: Wer einen negativen Schnelltest vorweisen kann, darf schon nach 5 Tagen zurück in die Schule. Im Landkreis Donau-Ries sind allerdings noch keine Tests verfügbar.

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Verwirrung um verkürzte Corona-Quarantäne für Schulkinder

Mit einem negativen Corona-Test können Schulkinder eine Quarantäne verkürzen. Doch der Donau-Rieser Landrat Rößle kritisiert einen zeitlichen Verzug in der Kommunikation der Staatsregierung. Ein Fall aus Donauwörth zeigt die Probleme vieler Eltern.

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Von
  • Tobias Hildebrandt
  • Werner Bader

Katharina Wiedemann-Schmid sagt, es ärgere sie, denn bisher wurden die neuen Regeln zur verkürzten Quarantäne für Schulkinder im Landkreis Donau-Ries nicht angewendet. Das Problem in der Familie der Donauwörtherin: die Kinderbetreuung. Die elfjährige Tochter Sophia steht wegen eines Corona-Falls in der Klasse unter Quarantäne. Katharina Wiedemann-Schmid selbst ist Lehrerin und muss zum Unterrichten in ihre Schule. Ihr Mann arbeite daheim im Homeoffice, müsse jetzt aber gleichzeitig noch die Tochter beim Distanzunterricht betreuen. Zwei Dinge, die gleichzeitig eigentlich nicht möglich seien.

Mit Corona-Test Quarantäne verkürzen

Solche Fälle sollen die neue Regelung der Staatsregierung eigentlich abfedern. Sie besagt: Ist eine ganze Klasse wegen einem Corona-Fall in Quarantäne, können die Schülerinnen und Schüler mit einem negativen Test nach dem fünften Tag wieder in den Unterricht. In manchen Schulen, zum Beispiel in München, ist die Regel sofort umgesetzt worden. Aus anderen Landkreisen gibt es Meldungen über Verwirrung bei Ämtern, Schulen und Eltern.

Zeitlicher Verzug bei Weisungen an Ämter

Der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle (CSU) begründet es mit Kommunikationsproblemen, dass in seinem Landkreis die verkürzte Quarantäne bisher nicht gegolten hat. Das Schreiben des Gesundheitsministeriums über die Möglichkeit der verkürzten Quarantäne habe sein Gesundheitsamt am 5. Dezember erreicht, die Regeln galten aber bereits seit dem 2. Dezember. Generell gebe es in der Corona-Krise immer einen zeitlichen Verzug, zwischen den Ankündigungen des Ministerpräsidenten und der schriftlichen Weisung des Gesundheitsministeriums an die Gesundheitsämter. Da lägen immer Tage dazwischen, sagte Rößle dem BR.

Viele Fragen von Bürgen obwohl Details noch unbekannt sind

Die Folge: Bürgerinnen und Bürger würden in Pressekonferenzen von den neuen Regeln erfahren und sich gleich vor Ort beim Gesundheitsamt erkundigen, wo man aber noch nicht die Details kenne. Außerdem sei in dem Fall der verkürzten Quarantäne für Schulkinder ein erstes Schreiben des Gesundheitsministeriums missverständlich gewesen, sagte Rößle dem BR.

Gesundheitsministerium: Es gab keine Verzögerungen

Das bayerische Gesundheitsministerium verteidigt sich. Ein Sprecher teilte dem BR mit, es habe keine Verzögerungen gegeben. Fügt aber hinzu: Weitere Durchführungsbestimmungen seien "in Abstimmung“ – liegen also auch eine Woche nach Inkrafttreten der neuen Regeln den Gesundheitsämtern noch nicht vor.

Landrat fürchtet fehlende Akzeptanz der Regeln

Landrat Stefan Rößle sagte im Gespräch mit dem BR, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müssten zwar ganz Bayern und Deutschland im Blick haben, aber wenn Regelungen zu oft geändert würden, dann bestehe die Gefahr, dass die Menschen das nicht mehr nachvollziehen könnten und die Akzeptanz schwinde.

Betroffene Mutter hofft auf schnelle Umsetzung der neuen Regeln

Eine Woche nach Inkrafttreten der neuen Regeln für die verkürzte Quarantäne würden die aber nun auch im Landkreis Donau-Ries angewandt. Katharina Wiedemann-Schmid aus Donauwörth hofft, dass die Umsetzung schnell geht. Denn trotz allem erwarte sie, dass ein Amt in der Lage sei, Vorgaben der Staatsregierung umzusetzen.

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