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Krankenkassen verschicken derzeit Gutscheine für FFP2-Masken: je sechs Masken für zwei Euro Zuzahlung. Sie gehen einerseits an Hartz-IV-Empfänger, andererseits an über 60-Jährige und Risikogruppen. Doch auch scheinbar gesunde Menschen bekommen Post.

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Verwirrung um FFP2-Masken-Gutscheine an Kleinkinder

Krankenkassen verschicken derzeit Gutscheine für FFP2-Masken: je sechs Masken für zwei Euro Zuzahlung. Sie gehen einerseits an Hartz-IV-Empfänger, andererseits an über 60-Jährige und Risikogruppen. Doch auch scheinbar gesunde Menschen bekommen Post.

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Von
  • Christoph Dicke

Millionen Briefe gehen derzeit von den Krankenkassen auf die Reise. Empfänger: Die Berechtigten für medizinische Schutzmasken. Die Daten stammen aus den Patientenakten. Doch eine Mutter aus München berichtet: "Mein Sohn, der im April erst vier wird, hat den Brief bekommen. Und da steht drin, dass er als Risikopatient sich die Masken abholen kann."

Kassen schieben Verantwortung auf Bund

Die Mutter wundert sich. Denn kleine Kinder sollen aus medizinischen Gründen noch gar keine FFP2-Masken tragen. Doch das interessiert die Kassen nicht. Sie handeln nach der seit Mitte Dezember geltenden Schutzmasken-Verordnung des Bundes – und da fehlt eine Altersgrenze nach unten. Dabei gilt in Bayern die FFP2-Maskenpflicht aus gutem Grund erst ab einem Alter von 15 Jahren.

Gutschein-berechtigt sind alle Personen über 60 Jahre. Wer jünger ist, muss eine Vorerkrankung wie Asthma oder Diabetes vorweisen. Doch es häufen sich Berichte, nach denen auch Menschen unter 60 Berechtigungsscheine erhalten haben, obwohl sie kerngesund sind.

DAK: Es reichen Verdachtsdiagnosen

Laut Stefan Wandel, Sprecher der DAK Bayern, müssen die Kassen nicht nur die Hauptdiagnosen auswerten, sondern auch Verdachtsdiagnosen. Sei bei einem Jugendlichen zum Beispiel einmal ein Verdacht auf Asthma festgehalten worden, so reiche dieser für die Masken-Gutscheine aus. Von diesem Verdacht muss der Patient nicht unbedingt etwas mitbekommen.

Denn ein Arzt ist laut DAK nicht verpflichtet, jedes Diagnosedetail zu erläutern, das sich später auf der Kassenrechnung findet. Die Krankenkassen raten, bei Unsicherheiten die Patientenakte beim Hausarzt einzusehen. Darauf hat jeder Versicherte ein Recht.

Ministerium spricht von Irrtümern

Warum die Bundesregierung auf ein Mindestalter für den Masken-Gutschein verzichtet, ist unklar. Man habe eine unbürokratische, schnelle Hilfe anbieten wollen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem BR.

Sollte ein Kind die Coupons erhalten, dürfte in seiner Patientenakte ein Risikofaktor genannt sein – sonst hätte es die Kassen-Software wohl nicht entdeckt. Gehören Bezieher der Gutscheine aber nicht zu einer Risikogruppe, handelt es sich laut Ministerium "um Irrtümer."

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