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© Torsten Thierbach / BR
Bildrechte: Torsten Thierbach / BR

Der Open-Air-Teil der Ausstellung in Memmingen

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    "VerVolkt" - Ausstellungseröffnung unter freiem Himmel

    Mit dem Ausstellungsprojekt "VerVolkt" will das Stadtmuseum Memmingen an die Opfer des Nationalsozialismus in der Region erinnern. Der Außenbereich wurde zum Internationalen Museumstag eröffnet. Die Innenräume folgen, sobald es die Inzidenz zulässt.

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    Von
    • Torsten Thierbach

    Die Ausstellung "VerVolkt – Dieses Projekt kann Spuren von Nazis enthalten" will Vergangenheit und Gegenwart zusammen bringen. Im Zentrum dabei: Der Antisemitismus. Es geht um verfolgte Opfergruppen, um die Verbrechen der Nationalsozialisten, aber auch um den aktuellen Rechtsradikalismus und Antisemitismus, wie er sich im Allgäu darstellt.

    Ziel der Ausstellung: Erinnerung und Diskussionen anregen

    Coronabedingt ist das Stadtmuseum Memmingen aktuell geschlossen. Sobald die Inzidenzwerte es zulassen, dürfen die Besucher dann die Innenräume erforschen. Ziel des Projektes ist es, das gemeinsame Erinnern und die Diskussion um rechte Tendenzen im öffentlichen Raum anzuregen, sagt Kuratorin Regina Gropper. Dazu wurden in der Ausstellung unter anderem sogenannte Erinnerungsboxen installiert. Mit QR-Codes sind dort zum Beispiel Filme hinterlegt, die weitergehende Informationen für die Besucher bereithalten.

    Filmische Dokumentation: "Kann Spuren von Nazis enthalten"

    Eines der zentralen Elemente der Ausstellung ist Leo Hiemers Film "Kann Spuren von Nazis enthalten". Er soll Schnittstelle sein zwischen Stadt und Land, Verfolgten und Verfolgern, Gestern und Heute. Außerdem ermöglichen Fotografien von Julius Guggenheimer und Zeichnungen aus dem KZ-Außenlager Kempten einen zusätzlichen Blick in die Vergangenheit.

    Bewegendes Schicksal eines Mädchens aus dem Allgäu

    Die Wanderausstellung "Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz" beschreibt die Nazi-Greueltaten am Beispiel eines konkreten Schicksals. Sie zeichnet die Biografie eines Kindes nach, dessen jüdische Mutter ermordet wurde und das schließlich selbst in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben kam. In fünf Stationen sind unter anderem Fotos, Spiel- und Anziehsachen von Gabi zu sehen. In Videos erinnern sich Zeitzeugen an das kleine Mädchen.

    Erweiterbare Erinnerungslandschaft

    Das Projekt "VerVolkt" versteht sich als Teil einer Erinnerungslandschaft. Sie ist als Ausgangspunkt gedacht, als Sammlungsprojekt, an dem jeder mit eigenen Erinnerungsstücken, Dokumenten und Fotografien teilhaben kann. So soll im Herbst wird mit "VerVolkt II" eine Ausstellung der Sammlungsergebnisse folgen. Mit dem jetzt begonnenen Projekt beteiligt sich das Stadtmuseum Memmingen am Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

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