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Gruppenbild mit den Nachkommen Hofer Juden
© Stadt Hof

Autoren

Annerose Zuber
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Gruppenbild mit den Nachkommen Hofer Juden

Im Hofer Rathaus wurde heute ein Empfang für die Nachfahren von jüdischen Hofer Bürger veranstaltet, die während der Nazi-Diktatur aus der Stadt vertrieben und zum Teil ermordet wurden. Anlass ist eine Studie, in der kürzlich erstmals das Schicksal der Hofer Juden ab 1933 erforscht wurde. Finanziert von der Hofer Hermann-und-Bertl-Müller-Stiftung hat der Historiker Ekkehard Hübschmann die Lebens- und Leidenswege von rund 130 Kindern, Männern und Frauen zwischen 1933 und 1945 nachgezeichnet.

Familiengeschichte dargestellt

"Dadurch habe ich auch viel Neues über die Geschichte meiner Mutter erfahren", sagt Susanne Hoffmann im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Ihre Mutter hatte die Deportation überlebt, doch die Großmutter und eine Tante haben das KZ nicht überlebt. Ihre Großeltern Max und Therese Franken hatten in Hof ein Textilgeschäft mit eigener Schneiderwerkstatt mit bis zu 100 Mitarbeitern.

Jugendliche beschäftigen sich mit Schicksal jüdischer Familien

Ausgehend von der Studie starten die Müller-Stiftung und die VHS nun ein Schülerwettbewerb, damit sich Jugendliche rund 80 Jahre nach dem Holocaust mit dem Schicksal der jüdischen Familien beschäftigen. In genau einem Jahr – am 9. November 2019 – sollen die Ergebnisse der Schülerarbeiten in Hof vorgestellt werden. "Natürlich hätte man so etwas auch schon früher machen können, aber zu spät ist es nie" ist sich Susanne Hoffmann mit Nick Reed aus England einig – er stammt aus der Hofer Familie Reiter, die damals nach zahlreichen Diffamierungen nach England fliehen musste.

Schüleraustausch nach Israel

Der Schülerwettbewerb ist Teil der sogenannten "Hofer Wege gegen Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit". Dazu gehört auch ein heuer erstmals organisierter Schüleraustausch zwischen Jugendlichen aus Hof und der Stadt Kirat Motzkin in Israel oder das Engagement von Jugendlichen in der Anne-Frank-Ausstellung im Landkreis Hof, erklärt Franziska Tauber vom Hofer Aktionsprogramm "Demokratie leben".

Autoren

Annerose Zuber

Sendung

Regionalnachrichten Franken vom 09.11.2018 - 17:30 Uhr