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Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.
© pa/dpa
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Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

Für den Streitfall zwischen der Gemeinde Unterdießen nahe Landsberg und der Bürgerinitiative, die das Baugebiet im Ortsteil Dornstetten verhindern will, interessiert sich nun auch der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags. Beim Ortstermin im Baugebiet "Am Lech" in Dornstetten trägt Brigitte Wagner von der Bürgerinitiative das Anliegen ihrer Petition an den Landtag vor:

"Einzigartig in unserem Gebiet ist deutschlandweit die Lechheide. Es ist hier wirklich für Artenschutz, für Biodiversität, was ja jetzt zur Zeit ganz groß auch von der Politik behandelt wird, gegeben - noch."

Seltene Arten wie die Gelbbauchunke gibt es hier in der Nähe; das für die Bebauung vorgesehene Areal grenzt an einen Naturschutz-Streifen; unterhalb liegt eine Fischzucht, die für ihre Salmoniden (Lachsfische) sauberes Quellwasser braucht.

Entsteht hier eine Schlafsiedlung für Auswärtige?

Und Gerald Büchelmaier, Anwohner und Wortführer der Bürgerinitiative, plagt noch ein ganz anderes Schreckensszenario für den Ortsteil mit seinen rund 100 Einwohnern:

"Das werden die Münchner kaufen, und wir werden zu einer Schlafsiedlung, wo die Leute tagsüber in München sind und wir haben hier in einem Naturparadies eine Neubausiedlung, die hier überhaupt nicht hergehört und die keiner braucht." Gerald Büchelmaier

Bürgermeister Alexander Enthofer kann das alles nicht mehr hören. Er spricht von jungen einheimischen Familien, die kein Bauland fänden. Oder von Weggezogenen, die zurückwollten - aber nicht könnten.

"Wir haben Anfragen aus der Gemeinde, auch von Leuten, die hier in Dornstetten aufgewachsen sind und gerne wieder zurück möchten, da dementsprechend Bauland zu schaffen." Bürgermeister Alexander Enthofer

Bürgermeister teilt die Naturschutzbedenken nicht

Die Naturschutzbedenken teilt der Bürgermeister ebenfalls nicht. Alles sei von den Behörden formgerecht begutachtet. Die Berichterstatterin im Petitionsausschuss des Landtags, Anne Franke von den Grünen, versucht beim Ortstermin, die zerstrittenen Lager wieder an einen Tisch zu bringen.

"Ich würde jetzt schon hoffen, dass Sie sich zusammensetzen können, vielleicht auch noch mehr Bürger mit einbeziehen können, und vielleicht zu einem Kompromiss kommen können." Anne Franke, Grüne

Grünen-Abgeordnete favorisiert Kompromiss

Franke, die mit ihrem Landtagskollegen Benjamin Miskowitsch von der CSU und der Kauferinger Grünen-Abgeordneten Gabriele Triebel nach Dornstetten gekommen ist, favorisiert den Kompromissvorschlag der Bürgerinitiative als Verhandlungsgrundlage: Auf dem Lechterrassen-Plateau könnte demnach nur sieben statt 14 Bauplätzen entstehen. Dann jedoch, so Bürgermeister Enthofer, rentiere sich die Erschließung des Gebiets nicht mehr.

Für den Fall, dass die Gemeinde ihren Bebauungsplan einfach auf eigene Faust beschließt, drohen die Gegner bereits mit einem Bürgerbegehren. Im Streit um das Baugebiet “Am Lech” in Dornstetten ist das letzte Wort also noch nicht gesprochen.