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Vertrag perfekt: Millionenhilfe vom Bund für Kitas in Bayern | BR24

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Bayern bekommt in den nächsten drei Jahren einen satten Zuschuss für die Kindertagesbetreuung vom Bund: 861 Millionen Euro. So steht es im sogenannten Gute-Kita-Vertrag, der heute in München abgeschlossen wurde.

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Vertrag perfekt: Millionenhilfe vom Bund für Kitas in Bayern

Der "Gute-Kita-Vertrag" ist unterzeichnet: Wie die meisten Bundesländer erhält nun auch Bayern seinen Anteil am Milliarden-Paket zur Kinderbetreuung. Die 861 Millionen Euro fließen je zur Hälfte in Gebührensenkungen und neues Personal.

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Bayern hat sich als zwölftes Bundesland dem "Gute-Kita-Gesetz" der Bundesregierung angeschlossen. Die Vereinbarung wurde am Vormittag in der bayerischen Staatskanzlei unterzeichnet. Damit hat der Freistaat Anspruch auf Zuschüsse von 861 Millionen Euro, die für die Entlastung der Eltern und den Ausbau der Kitas genutzt werden können.

Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) will den Geldsegen vom Bund vor allem für eine bessere Betreuungsqualität einsetzen und für die schon seit April laufende Senkung der Kita-Gebühren.

"Mir war besonders wichtig, dass wir auch in Qualität investieren können. Und wir werden einen Leitungs- und Verwaltungsbonus einführen, damit die guten Erzieher auch die Zeit für die Kinder haben und nicht in der Verwaltung so viel Zeit investieren. Wir werden zusätzliche Tagesmütter in Festanstellung ergänzen." Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU)

Bessere Bezahlung gefordert

Die neuen rund 2.000 festangestellten Tagesmütter sollen ständig fortgebildet werden und Erzieherinnen und Kinderpfleger unterstützen, so Schreyer. In Zukunft müssten alle aber spürbar höhere Löhne bekommen, meint auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

"Wir wollen die vergütete Ausbildung fördern und es muss so sein, dass Erzieher- und Erzieherinnen auch vernünftig verdienen. Und das ist Sache der Länder natürlich. Wir als Bund können da nur unterstützen." Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)

München findet kaum Personal

Die Stadt München zahlt schon jetzt seinen Erziehern 200 Euro Zulage - und hat es trotzdem schwer, genügend Personal zu finden. In der Landeshauptstadt profitieren immerhin die Eltern von der Gebührensenkung von 100 Euro pro Kind für alle drei Kindergartenjahre seit April: Im Gegensatz zu vielen Städten und Landkreisen liegen hier die Gebühren nun faktisch bei Null.

Bayern schießt eigene Mittel zu

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist mit dem Gute-Kita-Gesetz zufrieden. Vor allem hätten die Eltern so mehr Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung. Neben den Bundeszuschüssen steckt der Freistaat auch eigene Mittel in den Kita-Ausbau.

Grüne mahnen mehr Mittel für Personal an

Kritik kam vom Grünen-Sprecher für frühkindliche Bildung, Johannes Becher: "Mit dem 'Gute-Kita-Vertrag' wird es keine gute Kita geben. Die Söder-Regierung plant komplett am Bedarf vorbei: Über tausend Familien warten noch heute auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder." Daher müsse der Freistaat die Mittel eher ins Personal (vor allem in bessere Vergütung) und in die Kita-Qualität stecken.

Giffey: Geld fließt erst, wenn alle Länder unterzeichnet haben

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte, im Schnitt würden die Bundesländer rund zwei Drittel der Mittel in den Ausbau der Kita-Qualität stecken, ein Drittel in Beitragssenkungen für die Eltern.

Das Geld aus dem Kita-Paket wird allerdings erst dann fließen, wenn auch die vier noch fehlenden Bundesländer ihre Verträge mit dem Bund unterzeichnet haben.

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