BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Werner Bader
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Uli Deck

Augsburg setzt aufs Fahrrad: Die Stadt hat mit den Initiatoren des Radentscheids einen Vertrag geschlossen, der mehr als 25 Projekte vorsieht. Um sie umzusetzen, will die Stadt den Rad-Etat um eine halbe Million Euro erhöhen und Stellen schaffen.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Vertrag geschlossen: Augsburgs Weg zur Fahrradstadt

Augsburg setzt aufs Fahrrad: Die Stadt hat mit den Initiatoren des Radentscheids einen Vertrag geschlossen, der mehr als 25 Projekte vorsieht. Um sie umzusetzen, will die Stadt den Rad-Etat um eine halbe Million Euro erhöhen und Stellen schaffen.

2
Per Mail sharen
Von
  • Werner Bader
  • Johanna Kempter

Zwölf Seiten lang ist der öffentlich-rechtliche Vertrag, den die Stadt Augsburg mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens "Fahrradstadt" ausgehandelt hat. Das ursprünglich geplante Bürgerbegehren der Augsburger Sektion des ADFC, dem regionalen umweltpolitischen Dachverband "Forum Augsburg lebenswert" sowie den Augsburger Aktiven der Fridays for Future-Bewegung ist damit vom Tisch. Stadt und Initiatoren sind laut Oberbürgermeisterin Eva Weber übereingekommen, lieber an konkreten Projekten als an einer konfliktträchtigen Umsetzung von Forderungen eines Bürgerbegehrens zu arbeiten.

Radeln soll sicherer und komfortabler werden

Was sich Augsburg für die kommenden fünf Jahre vorgenommen hat, haben die Oberbürgermeisterin sowie Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Die wesentlichen Ziele sind, Fahrradrouten in Augsburg durchgängiger zu gestalten und das Radeln sichererer zu machen. So sollen gefährliche Kreuzungen entschärft und Radwege verbreitert werden. In unfallträchtigen Tempo-50-Straßen wie der Stetten- und der Ulmerstraße soll künftig Tempo 30 gelten. Der Ausbau von Rad-Vorrang-Routen soll vorangetrieben werden, etwa in der viel befahrenen Donauwörther Straße. Auch die Radverbindungen in den Ostteil der Stadt sollen verbessert werden.

Mehr Stellplätze für Räder – weniger für Autos

Ein weiterer wichtiger Punkt: die Stellplatz-Situation. Räder sollen mehr Raum bekommen. Zum Beispiel baut die Stadt am Zoo 50 neue Fahrradbügel, davon 20 für Lastenräder und Räder mit Anhängern. Generell soll jeder fünfte Radstellplatz genug Platz für Lastenräder bieten. Was weniger wird, sind die Stellplätze für Autos. Allein im Zentrum sollen in den nächsten Jahren 550 davon abgebaut werden. Insgesamt wird ihre Zahl um bis zu einem Drittel sinken. Dass diese Pläne Autofahrer nicht gefallen werden, ist allen Beteiligten bewusst. OB Weber sagte, die Stadt komme jetzt in eine Phase, in der Projekte auch für den Autoverkehr schmerzlich seien. Aber, so die CSU-Politikerin weiter: "Wenn wir wirklich zusammen versuchen, den Verkehr zu verändern und klimafreundlicher zu werden, dann müssen wir an manchen Stellen einfach schrauben."

Personal und Etat werden aufgestockt

Im Vertrag festgeschrieben sind auch ein regelmäßiger Fortschrittsbericht der Stadt sowie eine Mängel-Meldemöglichkeit für Bürger per App. Für den Umbau zur fahrrad- und klimafreundlichen Stadt will Augsburg zusätzliche Ressourcen bereitstellen: Sechs neue Stellen sollen nach und nach geschaffen werden. Dazu kommt eine Erhöhung des Fahrrad-Etats. Er soll noch in diesem Jahr um 500.000 Euro auf dann 2,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Oberbürgermeisterin Eva Weber sprach von einer "Priorisierung hin zu mehr Radverkehr", was den Haushalt angeht.

ADFC hält Vertrag für Meilenstein

Der Stadtrat soll am 22. Juli über den Vertrag abstimmen. Arne Schäffler vom ADFC spricht von einem Meilenstein. Er betont, dass der Vertrag dann verbindlich gilt und seine Inhalte einklagbar sind. "Das ist auf fünf Jahre angelegt und da sind teils sehr konkrete Termine drin. Die Stadt weiß schon, dass sie einen Gang zulegen muss!"

© BR/Andreas Herz
Bildrechte: BR

Augsburg setzt aufs Radfahren. Die Stadt kommt den Initiatoren eines Fahrrad-Bürgerentscheids entgegen und verpflichtet sich vertraglich, die Bedingungen für Radfahrer in der Stadt zu verbessern. Im Gegenzug wird ein Bürgerbegehren auf Eis gelegt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!