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Die Verteidiger des Verdächtigen im Gülle-Mordfall werfen der Staatsanwaltschaft Augsburg vor, entlastende Ermittlungsergebnisse zu unterschlagen
© BR/Sylvia Bentele
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Die Verteidiger des Verdächtigen im Gülle-Mordfall werfen der Staatsanwaltschaft Augsburg vor, entlastende Ermittlungsergebnisse zu unterschlagen

Der mutmaßliche "Gülle-Mord" eines schwäbischen Landwirts an seiner Ehefrau sorgt schon vor dem Prozess für heftigen Streit zwischen Staatsanwälten und Verteidigern. Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen den Bauer Mordanklage erhoben, weil der angeblich seine Frau umgebracht hat. Die drei Verteidiger sprechen von einer "abenteuerlichen" Theorie. "Unser Mandant bestreitet den erhobenen Tatvorwurf vehement", teilte Nico Werning, der Münchner Rechtsanwalt des 54 Jahre alten Landwirts, mit.

Im Körper der Leiche war Gülle

Die Leiche der Frau aus Wallerstein war im September 2018 in der Nähe einer Güllegrube entdeckt worden. Bei der Obduktion war Gülle im Körper festgestellt worden. Und das Opfer soll Schläge gegen den Kopf erhalten haben. Nach Ansicht der Ermittler sollen die Trennungspläne der 51-jährigen Frau das Motiv für den Mord gewesen sein. Der Bauer soll befürchtet haben, das Vermögen des Paares von mehr als 130.000 Euro nicht für sich alleine behalten zu können.

Frau ist laut Verteidiger selbst in Gülle-Grube gestiegen

Dabei unterschlage die Staatsanwaltschaft entlastende Ermittlungsergebnisse, sagen die Rechtsanwälte. "Die Verteidigung geht vielmehr von einem tragischen Unfallgeschehen aus, an dem unser Mandant in keiner Weise beteiligt war." Die Frau sei vermutlich selbst in die Güllegrube gestiegen. Als der Bauer die 51-Jährige leblos fand, habe er sofort den Notarzt gerufen.

Einen Termin für einen Prozess vor dem Landgericht Augsburg gibt es noch nicht. Die Strafkammer muss zunächst entscheiden, ob die Mordanklage zur Verhandlung zugelassen wird.

Autoren

Roswitha Polaschek

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 17.04.2019 - 14:30 Uhr