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Der Angeklagte wird von der Polizei in das Gerichtsgebäude geführt
© BR/Martin Gruber
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Der Angeklagte wird von der Polizei in das Gerichtsgebäude geführt

Heute beginnt am Passauer Landgericht der Prozess gegen einen 26-jährigen Mann aus Eritrea. Er soll versucht haben, seinen elfjährigen Nachbarsjungen mit einem Messer zu töten. Die Anklage wirft ihm versuchten Mord vor.

Notoperation rettete den Buben

Der Afrikaner wohnte in Vilshofen (Lkr. Passau) in demselben Mehrfamilienhaus wie der heute zwölf Jahre alte Bub. Mit einem Messer, das er in seiner Hose versteckt haben soll, soll der Mann das Nachbarskind am Hals schwer verletzt haben - mit Tötungsabsicht, so die Staatsanwaltschaft. Das Kind wurde mit tiefen Schnitt- und Stichwunden am Oberkörper, am Hals und am Bein in ein Krankenhaus gebracht. Dank einer Notoperation schwebte es kurze Zeit später nicht mehr in Lebensgefahr.

Angeklagter hat wahrscheinlich psychische Probleme

Der Tatverdächtige wurde unmittelbar nach dem Angriff auf der Flucht von der Polizei festgenommen. Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte nach der Tat, dass Mutter und Kind zu dem Mann ein ganz normales Verhältnis hatten. Man habe sich gegrüßt, die Mutter habe dem jungen Mann ab und zu geholfen Formulare auszufüllen. Vieles spreche dafür, dass der Tatverdächtige psychische Probleme hat, sagte Feiler.

Der Angeklagte neben seinem Anwalt

Der Angeklagte neben seinem Anwalt

Nachbarsjunge ist Nebenkläger

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat der Angeklagte die Tat gestanden. Als Motiv gab er an, von dem Bub beleidigt worden zu sein. Zur Verhandlung sind 13 Zeugen und zwei Sachverständige eingeladen. Der Zwölfjährige tritt als Nebenkläger auf. Das Urteil könnte am 6. Juni gesprochen werden.