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Versuchter Mord an Gerichtsvollzieher – Angeklagter schweigt | BR24

© BR/Laura Grun

Der Angeklagte (links) mit seinen Anwälten im Sitzungssaal

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    Versuchter Mord an Gerichtsvollzieher – Angeklagter schweigt

    Ein 34 Jahre alter Mann muss sich vor dem Landgericht Ansbach wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll versucht haben einen Gerichtsvollzieher zu töten, der beim Angriff schwer verletzt wurde. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte.

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    Von
    • Laura Grun

    Im Gerichtssaal ist der wegen versuchten Mordes Angeklagte mit einer olivegrünen Jacke erschienen. Die Kapuze weit über den Kopf gezogen und mit einer Aktenmappe hat der Beschuldigte sein Gesicht verdeckt. Zu den Vorwürfen machte der 34-Jährige bislang keine Angaben. Er ließ lediglich sein Bedauern über einen seiner drei Wahlverteidiger ausrichten. Die Verteidigung des Mannes stellte zu Beginn der Verhandlung mehrere Anträge und lehnten darin unter anderem den von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachter als Sachverständigen ab.

    Pfefferspray schlägt Angreifer in Flucht

    Bei dem Angriff im vergangenen Jahr soll der Angeklagte mit einem rund 20 Zentimeter langen Messer auf den Gerichtsvollzieher losgegangen sein. Dieser habe mehrmals um Hilfe gerufen, bis ihm sein Kollege aus dem Nachbarzimmer zur Hilfe geeilt sei. Eine weitere Gerichtsvollzieherin habe den Angreifer mit Pfefferspray besprüht, bis dieser von seinem Opfer abließ und flüchtete.

    Schwere Verletzungen an der Hand

    Bei dem Angriff verletzte sich der Gerichtsvollzieher an der Hand schwer. Sehnen an den Fingern wurden durchtrennt, Nerven und Blutgefäße verletzt. Auch heute habe er, trotz vielen Stunden Physio- und Ergotherapie, noch unter den Folgen des Angriffs zu leiden. Alltägliche Dinge wie Schreiben, Schnürsenkel binden oder Münzen aufheben, seien nur schwer möglich, sagte der Beamte vor Gericht.

    Gerichtsvollzieher kann Hand nicht mehr vollumfänglich einsetzen

    Trotz einer mehrstündigen Operation konnte die Funktionsfähigkeit der Hand noch nicht wieder vollständig hergestellt werden, daher werde sich der Geschädigte erneut einer Operation unterziehen müssen. Neben den körperlichen Schäden habe er auch finanzielle Einbußen gehabt, da er für einige Monate arbeitsunfähig war. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt.

    Motiv möglicherweise Zwangsräumung

    Das Motiv für den Angriff könnte nach Einschätzung von Staatsanwaltschaft und Polizei in einer ursprünglich für die am Folgetag angekündigten Zwangsräumung seines Wohnanwesens liegen. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Nach dem Übergriff im März suchte ein Großaufgebot nach dem Mann.

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