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Versuchter Bombenanschlag auf Polizei: Prozessauftakt in Amberg | BR24

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Aus Hass auf die Polizei soll ein Mann im Februar 2019 einen Rohrbomben-Anschlag auf die Burgelengenfelder Polizei geplant haben. Dafür steht der 30-Jährige heute in Amberg vor Gericht.

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Versuchter Bombenanschlag auf Polizei: Prozessauftakt in Amberg

Aus Hass auf die Polizei soll ein Mann im Februar 2019 einen Rohrbomben-Anschlag auf die Burglengenfelder Polizei geplant haben. Dafür steht der 30-Jährige jetzt in Amberg vor Gericht. Nur durch Glück ist die Bombe nicht detoniert.

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Von
  • Margit Ringer

Ein 30-Jähriger soll eine Rohrbombe selbst gebastelt und damit im Februar 2019 einen Anschlag auf die Polizei in Burglengenfeld im Kreis Schwandorf geplant haben. Ab heute steht er dafür vor dem Landgericht Amberg. Dem Burglengenfelder wird unter anderem versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Bombe vor Polizeigebäude abgelegt

Zehn Gramm Quecksilber, verpackt in einem Metallrohr zusammen mit weiteren Treibladungsstoffen, das Rohr an beiden Enden verschraubt. Diese Rohrbombe soll der 30-Jährige in seinem Keller gebastelt haben. Als Zünder diente eine Wunderkerze. Die aber war verbogen, sodass die Bombe - abgelegt auf dem Gelände der PI Burglengenfeld - nicht explodierte. Sie hätte im Umfeld von mehreren Metern schwere oder sogar lebensgefährliche Verletzungen oder Vergiftungen verursacht, wirft die Generalstaatsanwaltschaft München dem 30-Jährigen vor. Dazu hätten erhebliche Sachschäden kommen können.

Nach Drogendelikten: Mann entwickelte Hass auf Polizei

Auslöser für den versuchten Anschlag war eine Polizeikontrolle im Januar 2019. Dabei versuchte der inzwischen 30-Jährige ein Tütchen mit Methamphetamin zu schlucken, was die Polizisten verhindern konnten. Daraufhin habe der Burglengenfelder, wegen Drogendelikten vorbestraft, einen Hass auf die Polizei entwickelt.

Komplize ebenfalls angeklagt

Um seine Bombe zu platzieren, soll er einen Komplizen angeheuert haben. Der Mann aus dem Landkreis Schwandorf steht heute ebenfalls vor Gericht. Ihm sollen von dem 30-Jährigen Bargeld und Tabletten angeboten worden sein, damit er die selbst gebastelte Rohrbombe auf dem Gelände der Polizei ablegt. Nachdem sie aber nicht explodierte, soll der Komplize die Rohrbombe in ein Neubaugebiet in Burglengenfeld gelegt haben. Dort fanden Spaziergänger sie.

© Guardia Civil

Der Burglengenfelder wird in der Villa auf Mallorca festgenommen.

Nach Flucht auf Mallorca gefasst

Da die Ermittler zunächst einen extremistischen Hintergrund nicht ausschließen konnten, ermittelte die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus der Generalstaatsanwaltschaft München. Der heute 30-Jährige war geflohen und konnte im März 2019 auf Mallorca festgenommen werden, wo er sich in einer Villa einer Bekannten versteckt haben soll. Das Landgericht Amberg hat mehrere Prozesstage angesetzt bis zum 18. Januar.

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