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Versuchter Bombenanschlag auf Polizei: Prozess vor dem Abschluss | BR24

© BR/Margit Ringer

Der 30-Jährige aus Burglengenfeld hatte den Bombenanschlag auf die Polizei laut Verteidigung aus Hass auf die Beamten geplant.

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    Versuchter Bombenanschlag auf Polizei: Prozess vor dem Abschluss

    Er wollte mit einer Rohrbombe Polizisten in Burglengenfeld verletzen: Das hat ein 30-Jähriger vor dem Landgericht Amberg gestanden. Heute werden in dem Prozess die Plädoyers gehalten. Und es könnte bereits ein Urteil fallen.

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    Von
    • Margit Ringer

    Am Landgericht Amberg könnte am Dienstag bereits der Prozess gegen einen 30 Jahre alten Mann aus Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf zu Ende gehen. Er hatte zum Auftakt vergangene Woche gestanden, im Februar 2019 eine Rohrbombe gebaut zu haben, um Polizisten in Burglengenfeld zu verletzen. Die Bombe detonierte aber nicht, weil der Zünder defekt war.

    Prozess verkürzt

    Am Dienstagnachmittag soll noch ein Zeuge aussagen, im Anschluss sind die Plädoyers geplant. Danach könnte das Urteil fallen. Durch das Geständnis des 30-Jährigen und nach einem Rechtsgespräch verkürzt sich der Prozess erheblich. Die meisten Zeugen und mehrere Sachverständige müssen nicht mehr aussagen.

    Hass auf die Polizei

    Auslöser für die Tat war eine Polizeikontrolle, bei der der 30-Jährige versucht hatte, ein Tütchen mit Methamphetamin zu schlucken. Die Polizisten konnten das aber verhindern. Der 30-Jährige habe das als narzisstische Kränkung empfunden, ließ sein Anwalt in einer Erklärung verlauten. Daraufhin habe er Hassgedanken und Rachegelüste auf die Polizei entwickelt.

    Rohrbombe mit Quecksilber

    In einem Metallrohr steckten unter anderem 10 Gramm Quecksilber. Nach der Explosion sollten den Polizisten durch die Kontamination Haare und Zähne ausfallen, so der Plan des Mannes. Außerdem gestand er, einen Komplizen unter Druck gesetzt und beauftragt zu haben, die Bombe auf dem Gelände der Inspektion in Burglengenfeld abzulegen. Auch der Komplize steht vor Gericht. Er gab an, die Bombe nicht bei der Polizei, sondern in einem Neubaugebiet abgelegt zu haben.

    Wunderkerze versagte

    Der Zünder - eine Wunderkerze - hat laut Staatsanwaltschaft versagt, weil sie verbogen war. Nur deshalb sei die Bombe nicht detoniert. Spaziergänger fanden den selbstgebauten Sprengkörper, das Experten des Landeskriminalamts entschärften.

    Da die Ermittler einen extremistischen Hintergrund nicht ausschließen konnten, ist die Generalstaatsanwaltschaft München involviert. Sie wirft dem 30-Jährigen das versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Die Rohrbombe hätte potenziell lebensgefährliche Verletzungen und erheblichen Sachschaden hervorrufen können. Der 30-Jährige sitzt bereits wegen Drogendelikten in Haft und hat einen Entzug begonnen.

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