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Klaus Stieringer und Oberbürgermeister Andreas Starke (v.l.)

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    Verstoß gegen Corona-Auflagen? Bambergs OB Starke in der Kritik

    In Bamberg gibt es Ärger wegen der Einhaltung der Corona-Bestimmungen. Im Fokus ist ausgerechnet Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Er habe gegen die Auflagen verstoßen, so der Vorwurf.

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    Von
    • Martin Hähnlein

    Es war ein lauer Sommerabend, am Montag vergangene Woche - ideales Wetter für die Eröffnung eines Salons in Bamberg. Der Inhaber lässt sich stolz fotografieren, neben ihm stehen Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Klaus Stieringer, Bambergs SPD-Fraktionschef. Eine Maske trägt keiner von ihnen. Am Abend postet Stieringer, der auch Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins ist, das Foto auf seiner Facebook-Seite.

    Kritik an Handschlag in Corona-Zeiten

    Später taucht ein Video der Veranstaltung auf. Darauf ist zu sehen, wie Starke und Stieringer jemanden überschwänglich mit Handschlag begrüßen. Später greift Starke zum Mikrofon hält eine kurze Rede, ehe er symbolisch ein Band durchschneidet. Von Mindestabstand und Masken ist nichts zu sehen. Unmöglich findet das der Bamberger Gastronom Florian Müller. Erst kürzlich habe die Stadt den Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen in der Innenstadt wieder verboten und nun nehme es der Oberbürgermeister selbst mit den Corona-Maßnahmen nicht so genau.

    "Von einer Stadtspitze, die Verantwortungsbewusstsein einfordert, muss man verlangen können, dass sie keine Ordnungswidrigkeiten riskiert." Florian Müller, Gastronom

    Starke bedauert Handschlag

    Auf BR-Anfrage lässt Oberbürgermeister Andreas Starke ausrichten, es habe sich um eine nicht-öffentliche Veranstaltung gehandelt, bei der nur geladene Gäste anwesend gewesen seien. Das Hygieneschutzkonzept sei eingehalten worden. Zerknirscht gibt er sich allerdings in Bezug auf den Handschlag. Das sei "spontan und emotional" gewesen, so Starke und entschuldigt sich.

    Kritik an SPD-Fraktionschef Stieringer

    Auch der SPD-Fraktionschef Klaus Stieringer ist in die Kritik geraten. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er den Hashtag "Stay awake". Die Bewegung ist äußerst umstritten. "Ich halte 'Stay awake' für ein gefährliches Sammelbecken, in dem sich unter anderem Rechtsradikale und Verschwörungstheoretiker tummeln", sagt Hubertus Schaller vom Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus dem Bayerischen Rundfunk. Und auch Oberbürgermeister Starke lehnt "Stay awake" ab, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

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    Klaus Stieringer und #stayawake

    "Von Herrn Stieringer bin ich schwer enttäuscht"

    Stieringer selbst sieht "Stay awake" eigenen Angaben zufolge inzwischen kritisch. Die Bewegung sei zuletzt von Extremisten unterwandert worden, schreibt er auf BR-Anfrage. Entfernt hat er das Foto mit dem Hashtag "Stay awake“ aber bislang nicht.

    "Ich schwer enttäuscht, dass Herr Stieringer die Fotos nicht einfach von seiner Facebook-Seite entfernt hat. Vor ein paar Wochen noch haben wir gemeinsam gegen Rechtsextreme protestiert. Da würde ich schon erwarten, dass er sich jetzt öffentlich von solchen Leuten distanziert, die antisemitische Inhalte mindestens dulden." Hubertus Schaller, Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus

    In einer früheren Version des Artikels hatte es geheißen, Oberbürgermeister Starke hätte dem türkischen Generalkonsul die Hand geschüttelt. Das wurde zunächst von der Stadt Bamberg mitgeteilt und anschließend widerrufen.

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