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Verstößt die umstrittene Südostlink-Stromtrasse gegen EU-Recht? | BR24

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Bildrechte: BR/Harald Mitterer

Protestplakat in Essenbach

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    Verstößt die umstrittene Südostlink-Stromtrasse gegen EU-Recht?

    Es ist kein Kampf gegen Windmühlen, sondern gegen eine Stromtrasse: Die niederbayerische Gemeinde Niederaichbach wehrt sich weiter gegen den Bau der Stromtrasse Südostlink. Jetzt ruht die Hoffnung auf einem Wirtschafts-Professor und dessen Gutachten.

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    Von
    • Harald Mitterer
    • BR24 Redaktion
    • Michael Buchner

    Zusätzliche Argumente im Kampf gegen die Südostlink-Stromtrasse erhofft sich die Gemeinde Niederaichbach im Landkreis Landshut jetzt von einem Gutachten des Wirtschafts-Professors Lorenz J. Jarras, das am Dienstag bei einer Videokonferenz im Rathaus vorgestellt wird.

    Seit Monaten Kritik an den Plänen

    Offenbar gibt es juristische Zweifel, ob bei dem Vorhaben europarechtliche Vorschriften eingehalten werden. Details sollen bei der Videokonferenz bekannt gegeben werden. Im Raum Landshut gibt es seit Monaten Kritik an und Proteste gegen die Stromtrassenplanungen. Die niederbayerischen Gemeinde Niederaichbach hat bereits im vergangenen Jahr vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen die umstrittene Südostlink-Stromtrasse eingereicht.

    Unzumutbar für die Gemeinde?

    Die Stromtrasse soll nach dem Atomausstieg Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren. Die Südostlink-Leitung soll mit einem großen Konverter auf rund 14 Hektar Fläche nahe des Atomkraftwerk-Standorts Isar 2 in Niederaichbach bei Landshut enden.

    Die Gemeinde fürchtet unzumutbare Belastungen durch den Konverter und die Stromtrasse. Mit der Klage soll der Bau der umstrittenen Stromtrasse verhindert werden.

    Energiewende vorantreiben

    Die Gleichstromtrasse Südostlink soll Windstrom aus dem Norden nach Bayern übertragen und durch die Oberpfalz bis zum Atomkraftwerk Isar bei Landshut führen. Befürworter sagen, dass mit der Leitung die Energiewende vorangetrieben werden soll. Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht sagte am Dienstag zum BR: "Die zentrale Bedeutung des Südostlinks für die Energiewende wurde Ende Januar durch den Bundestag zum wiederholten Male bestätigt."

    Tennet sei gesetzlich verpflichtet den Südostlink zu planen und zu bauen und seit der Gesetznovellierung müssten nun auch die zusätzlichen Leerrohre bis 2030 mit Kabeln gefüllt werden. Dadurch werde eine zusätzliche Übertragungskapazität von weiteren zwei Gigawatt erreicht und so auch der jüngst beschlossenen Kohleausstieg berücksichtigt.

    "Der Ausstieg aus der Kohleverstromung und die Abschaltung aller Kernkraftwerke bedarf neuer Stromleitungen und Verstärkung bestehender. Das bestehende Stromnetz wurde vor vielen Jahrzehnten konzipiert und muss an die sich ändernde Erzeugungslandschaft angepasst werden." Markus Lieberknecht, Pressesprecher von Tennet

    Nur so könne es gelingen, starke Wirtschaftsräume wie die Bayern-Metropolregionen mit sauberem Grünstrom zukunftssicher zu versorgen, so Lieberknecht.

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