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Bildrechte: Karl Josef Hildenbrand/dpa

Kontrollen für Ausflügler

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Verstärkte Polizei-Kontrollen an Ausflugszielen

Die Polizei wird zu Beginn der Osterferien an beliebten Ausflugszielen verstärkt kontrollieren. Dabei geht es vor allem um überfüllte Parkplätze, Wildparken und um Verkehrsbehinderungen auf Zufahrtstraßen im Voralpenland.

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Von
  • Frank Jordan
  • Angela Braun

Bis zum Ende der Sommerferien im September werden Beamte die Straßen an den oberbayerischen Bergen und Seen intensiver überwachen. Dabei geht es vor allem um die Verkehrssicherheit. Die verstärkten Kontrollen sollen ein Verkehrschaos an beliebten Zielen wie im vergangenen Sommer verhindern.

Wildparken an Wiesen und Waldrändern

Überfüllte Ausflugsparkplätze, Autos an und in Kuhweiden sowie illegale Camper – mit diesen Problemen kämpfen die Regionen von Berchtesgaden über den Chiemgau und Miesbach bis ins Werdenfelser Land mit Garmisch-Partenkirchen seit Jahren. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Situation verschärft.

Zufahrtstraße am Samerberg blockiert

Dieser Trend wird auch 2021 anhalten. Das hat das erste sonnig-warme Wochenende Ende Februar bewiesen. Laut Polizei wurde die Zufahrtsstraße zum Wanderparkplatz am Samerberg so zugeparkt, dass die Beamten Fahrzeuge abschleppen lassen mussten. Ein teurer Ausflug: Den Betroffenen droht ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Außerdem mussten die Falschparker die Abschleppkosten übernehmen - abgesehen von dem ganz praktischen Problem, dass ihr Auto bei der Rückkehr von ihrer Tour nicht mehr da war.

Sorgen von Anwohnern werden ernst genommen

Die Dienststellen vor Ort werden unterstützt von Einheiten der Bereitschaftspolizei oder der Kontrollgruppe Motorrad. Es sei ihm ein großes Anliegen, beim Thema "Ausflugsverkehr" den Gemeinschaftssinn zu wecken, erklärte Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zum Start der Aktionswochen. Die Polizei nehme Sorgen und Beschwerden von Anwohnern ernst, akzeptiere aber keine Selbstjustiz wie das Beschädigen von auswärtigen Fahrzeugen. Andererseits werde man konsequent gegen rücksichtsloses und verkehrswidriges Verhalten von Ausflüglern vorgehen.

Bus und Bahn verstärkt nutzen

Die Polizei appelliert, wo es möglich ist, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen oder vor Antritt der Fahrt im Auto ein Alternativziel festzulegen.

Umdenken zum Schutz der Natur gefordert

Ein Umdenken hin zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber Natur und Einheimischen, das fordert der Geschäftsführende Vorsitzende des Vereins zum Schutz der Bergwelt, Rudi Erlacher. "Wir brauchen einen neuen Tourismus: Das Besondere muss wieder seine Qualität bekommen. Wir sind nicht im Schlaraffenland, wo man pausenlos zulangen kann und nichts und niemand dabei Schaden nimmt."

Ausflug in die Alpen einzigartig

Die Menschen müssten dahin kommen, einen Ausflug in die Alpen wieder als etwas Einzigartiges zu erleben und zu genießen - und nicht als einen Anspruch, der schon bei der Anfahrt im Stau steckenbleibe. "Ich muss nicht ununterbrochen da sein, wo alle meinen, dass es am schönsten ist", sagt Erlacher, der bis 2019 Vize-Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV) war. Es gehe um Verfügbarkeit und innere Begrenzung - sonst werde die Qualität in Quantitäten verschwinden.

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