Fotos des zutreffenden Modells mit angebrachten schwarzen Rallyestreifen als Rekonstruktion.
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Fotos des zutreffenden Modells mit angebrachten schwarzen Rallyestreifen als Rekonstruktion.

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Versenkter Audi im Pfreimdstausee - Polizei hat weitere Fragen

Versenkter Audi im Pfreimdstausee - Polizei hat weitere Fragen

Mitte Juli ist im Pfreimdstausee bei Kainzmühle ein versenkter Audi 100 Coupé S gefunden worden. Es gibt zwar seit Auffinden einige neue Erkenntnisse, die Ermittler haben aber immer noch Fragen - und stehen weiterhin vor einem Rätsel.

Rund um die Herkunft und Geschichte des coronagelben Audi Coupé aus dem Pfreimdstausee hat die Polizei noch mehr Details bekanntgegeben. Das Auto wurde im Oktober 1973 von Audi an das Autohaus in Abensberg im Landkreis Kelheim ausgeliefert und von dort aus weiterverkauft.

Keine Unterlagen aus dem Autohaus auffindbar

Laut dem leitenden Ermittler, Tobias Wirth, existiert die Firma seit August 1977 nicht mehr. Sehr schwierig sei, jemanden zu finden, der dort gearbeitet hat und über 40 Jahre später Auskunft geben könnte. Noch schwieriger: Unterlagen zu bekommen, in denen ein Käufer genannt wird. Der Geschäftsnachfolger in Abensberg ist laut Polizei nach Unterlagen aus der Betriebszeit des Autohauses befragt worden, doch konnte dieser keine mehr finden.

Rallyestreifen, 115 PS, schwarze Innenausstattung

Im Kofferraum des Autos wurde ein Ersatzreifen gefunden, der jedoch nicht zu dem Audi Coupé passt. Die Farbe des Autos ist "coronagelb", die Innenausstattung ist schwarz. Außerdem ist das Auto mit einem Schaltgetriebe sowie schwarzen Rallyestreifen an beiden Seiten ausgestattet. Der Audi hatte 115 PS und kostete damals circa 14.000 DM. Auch ein Kennzeichen war noch am Auto zu finden: SAD-AD 843.

Viele offene Fragen bei der Polizei

Ein abschließendes Ergebnis der Ermittlungen kann die Polizei noch nicht präsentieren. Die Polizei erhofft sich noch mehr Informationen zum Beispiel zum damaligen Autohaus oder auch Angaben zum Verkauf, Weiterverkauf oder zu Kundendiensten und TÜV-Untersuchungen. Auch sucht die Polizei nach Automechanikern oder Angestellten von Autohäusern aus der Umgebung, die das sich an das Auto erinnern oder gar repariert haben.

Außerdem steht immer noch die große Frage offen: Warum versenkt jemand ein relativ teures Auto, das noch zugelassen war, in einem See? Am Wrack wurde eine Zulassungsplakette und ein TÜV-Stempel vom Januar 1980 gefunden. Oder: Wurde es gar nicht versenkt, sondern war es ein Unfall?

Weitere Hinweise aus der Bevölkerung gesucht

Um die offenen Fragen zu klären, bittet die Polizei weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Seit dem ersten Aufruf der Polizei Mitte September gingen bei der Polizei Vohenstrauß bundesweit über 30 Mitteilungen und Hinweise zu dem Fall ein. Jeder dieser Hinweise wird laut Polizei bewertet, hinterfragt und überprüft, "so skurril diese im ersten Moment für den Hinweisgeber auch erscheinen mögen".

Gefragt sind auch Menschen, die dieses auffällige Auto aus den 70er-Jahren kennen oder wissen, wer es gefahren hat, beziehungsweise Personen, die allgemeine Informationen zu dem Oldtimer geben können.

Verbindung zum Fall Monika Frischholz?

Der Audi 100 Coupé S, Baujahr 1973, ist als Wrack aus dem Pfreimd-Stausee im Juli dieses Jahres aus 3,50 Meter Tiefe in der Nähe des Oberpfälzer Ortes Tännesberg gezogen worden. Die Polizei schließt ein Kapitalverbrechen nicht aus, weswegen weiter in alle Richtungen ermittelt werde. Auch ein eventueller Zusammenhang zu der 1976 in der Oberpfalz verschwundenen Monika Frischholz, wird derzeit nicht ausgeschlossen.

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