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Plädoyers im Mordprozess um verschwundene Mutter und Tochter | BR24

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Der aufsehenerregende Mordprozess um zwei spurlos verschwundene Frauen neigt sich dem Ende zu. Heute wurden am Münchner Landgericht die Schlussplädoyers gehalten: Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft, die Verteidigung Freispruch.

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Plädoyers im Mordprozess um verschwundene Mutter und Tochter

Seit Juli 2019 sind nun schon eine Mutter und ihre 16-jährige Tochter aus München-Neuperlach verschwunden. Dem Ehemann wird vorgeworfen, beide ermordet zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Verteidigung Freispruch.

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Von
  • BR24 Redaktion

In dem Aufsehen erregenden Münchner Mordprozess um zwei spurlos verschwundene Frauen fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten. Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Dem 46-Jährigen wird vorgeworfen, seine Ehefrau im Juli 2019 im Streit getötet und danach auch seine Stieftochter umgebracht zu haben.

Stieftochter war 16 Jahre alt

"Sie war nur 16 Jahre alt", sagte Staatsanwalt Daniel Meindl am Mittwoch am Landgericht München I. "Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich." Der Deutsch-Russe ist wegen Totschlags und Mordes angeklagt, auch wenn seine mutmaßlichen Opfer trotz intensiver Suche - vor allem in einem Waldgebiet im Münchner Osten - nie gefunden wurden. "Nur der Angeklagte weiß, warum die beiden sterben mussten und wo sich ihre Leichen befinden."

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der Mann die beiden Frauen nacheinander "am ehesten durch massive, stumpfe Gewalt gegen den Kopf" getötet hat. Danach fuhr er laut Anklage in einen Baumarkt, kaufte Farbe und strich Wände. Außerdem entfernte er einen Wohnzimmerteppich und eine Fußmatte aus dem Flur.

Angeklagter bestreitet die Tat

Der Angeklagte hat vor Gericht bestritten, mit dem Verschwinden seiner Frau und seiner Stieftochter etwas zu tun zu haben. "Ich habe das nicht begangen", wiederholt er auch am Mittwoch, als der Vorsitzende Richter ihm das letzte Wort erteilt. "Für mich kommt nur Freispruch infrage". Freispruch fordert auch sein Verteidiger - weil die Taten "nicht mit der erforderlichen Sicherheit" bewiesen seien.

Staatsanwalt: Der Angeklagte erzählt "Lügengeschichten"

Der Angeklagte erklärt die Blutspuren in seinem Zuhause mit einer angeblichen blutigen Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, bevor sie sich frisch gemacht hätten und dann gemeinsam zum Einkaufen gegangen sein sollen. Staatsanwalt Meindl kommentiert das so: "Der Angeklagte sitzt hier seit Oktober und erzählt uns allen Lügengeschichten." Zum Schluss richtet er das Wort noch einmal direkt an den Angeklagten und bittet ihn, nach Abschluss des Verfahrens mitzuteilen, wo sich die Leichen befinden. "Das ist das einzig Positive, was Sie in diesem Fall noch tun können – für die Hinterbliebenen und auch für sich selbst."

Wo sind die Leichen?

Der leibliche Vater der verschwundenen 16-Jährigen, der noch immer nach seiner Tochter sucht, tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Er wolle endlich wissen, was mit seiner Tochter geschehen ist. "Ungewissheit ist eine Qual", sagt seine Anwältin Antje Brandes. Er habe keinen Ort, an dem er um sein Kind trauern könne. "Seine Freude am Leben wurde komplett zerstört." Das Urteil soll am kommenden Dienstag (23. Februar) verkündet werden.

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