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Verschollene Renaissance-Putti aus Augsburg in Paris ersteigert | BR24

© BR/Johannes Hofelich

Die Putten aus der Augsburger Fuggerkapelle stehen im Maximilianmuseum

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    Verschollene Renaissance-Putti aus Augsburg in Paris ersteigert

    In Paris sind bei einer Auktion zwei wertvolle Kalksteinfiguren ersteigert worden, die zu einer Sammlung des Maximilianmuseums in Augsburg gehören. Das berichtet die "Augsburger Allgemeine Zeitung". Lange galten die Putti als verschollen.

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    Die Putti aus der Augsburger St. Anna-Kirche sind in Paris für 2,35 Millionen Euro unter den Hammer gekommen. Sie stammen aus der Hand von Hans Daucher, einem bedeutenden Renaissance-Bildhauer im 16. Jahrhundert. Die Kalksteinfiguren gehörten ursprünglich zu einem Ensemble von insgesamt sieben Putten, die die Grablege der Fuggerfamilie zierten.

    Sensationsfund sorgt für Aufregung in der Kunstwelt

    Der Leiter des Maximilianmuseums, Christoph Emmendörffer, sprach kurz nach dem Fund von einer sensationellen Wiederentdeckung. Deshalb setzten die Augsburger Kunstsammlungen alle Hebel in Bewegung, um die Putti zu ersteigern. Im Pariser Auktionshaus Sotheby’s gingen die beiden Steinfiguren am Donnerstag an die Bremer Galerie Neuse. Wie jetzt bekannt wurde, ersteigerten die Geschäftsführer die Putti im Namen eines Konsortiums, hinter dem neben der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung und der Stadt Augsburg auch der Bund steckt. Die Kulturstiftung der Länder hat offenbar ebenfalls eine Beteiligung an der Erwerbung in Aussicht gestellt. Nach Angaben der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" waren die Bieter zufrieden mit dem Auktionspreis. Man habe mit weitaus höheren Ausgaben gerechnet

    Kunstgeschichte muss neu geschrieben werden

    Bisher ging die Forschung davon aus, dass ursprünglich sechs Putten die Balustrade in der Fuggerkapelle krönten und nur ein Putto verschollen sei. Das überraschende Auftauchen der beiden Putten in Paris verändere nun die Kunstgeschichte, sagen Wissenschaftler. Man müsse neu über Ausstattung und Architektur des bedeutenden Renaissancebaus nachdenken.

    Originale stehen im Maximilianmuseum

    Zum Schutz wird die Sammlung seit knapp zwei Jahren im Augsburger Maximilianmuseum ausgestellt. In der Fuggerkapelle stehen dagegen Repliken. Es gilt als wahrscheinlich, dass die beiden ersteigerten Figuren nach Augsburg zurückkehren werden.